Donau-Radweg: Von Orth nach Hainburg

Fast die gesamte Tour führt auf dem Marchfelddamm absolut eben durch das Naturschutzgebiet Donau-Auen. An der Donaubrücke wird der Blick auf Hainburg frei, (Autor: Michael Reimer, Wolfgang Taschner)
22 km
190 m
2.00 h
Vom Schloss in Orth geht es in südlicher Richtung durch den Ortskern und an der Kirche vorbei, dann biegen wir rechts in die Uferstraße und gelangen auf ihr zum Marchfelddamm. Nun links auf den Damm und gut sechs Kilometer wie bei der Etappe zuvor kerzengerade nach Osten, bis die Abzweigung nach Eckartsau ein wenig Abwechslung verschafft. Der Kiesweg führt erst durch Wald, dann durch eine Parkanlage direkt zum schön gelegenen Jagdschloss, das eine Besichtigung lohnt (siehe Info-Kasten).
Wieder zurück auf dem Damm fahren wir weiter ostwärts, die Route dreht langsam nach Nordost ab. Auf beiden Seiten erkennen wir die so genannten Altarme der Donau, die sich wie Schlangen durch das Gelände winden und nach vorhergehender Anmeldung beim Nationalpark Donau-Auen unter fachkundiger Begleitung eines Führers auch im Schlauchboot, Kanu oder
Ausflugsboot erkundet werden können. An und in den
Altarmen versammeln sich eine Menge seltener Vögel
wie der Kormoran, bunte Libellen und sehenswerte Amphibien. Mit etwas Glück begegnet man auch dem Biber oder der europäischen Sumpfschildkröte, die sich – scheu wie sie ist – jedoch nur selten an die Wasseroberfläche wagt.
Gegen Ende unserer Dammfahrt passieren wir das 360 Jahre alte Forsthaus Stopfenreuth, dessen architektonisch wertvolle Bausubstanz bis heute erhalten werden konnte. Von hier ist es nicht mehr weit bis zur Hainburger Donaubrücke mit Blick auf unser Etappenziel Hainburg, das malerisch zwischen Braunsberg, Schlossberg und den Hundsheimer Bergen eingebettet liegt. Die Burgmauern auf dem Schlossberg sind Reste der 1050 errichteten zentralen Verteidigungsanlage. Im Lauf der Jahrhunderte nahmen hier diverse Schicksale ihren Lauf: 1252 etwa heiratete der junge Böhmenkönig Ottokar die 19 Jahre ältere Babenbergerfürstin Margarethe, und im Oktober 1996 wurde der Staatsvertrag Nationalpark Donau-Auen unterzeichnet.
Nach Passieren der mächtigen Spannbrücke fahren wir rechts von der Brücke hinab und gelangen am Donauufer nach Hainburg L. Zuletzt führt der Radweg zwischen Donau und Bahngleis an einer Steinmauer entlang. Durch einen Durchschlupf gelangen wir auf die Donaulände, hier links und an der Blutgasse rechts empor zum Hauptplatz.

Donau-Radweg

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour22 km
Höhenunterschied190 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSchloss Orth.
EndpunktHainburg, Hauptplatz.
TourencharakterOrth liegt am Rand des Nationalparks Donau-Auen. Wir radeln auf dem Marchfelddamm mitten durch die naturbelassene Aulandschaft mit einer Vielzahl enger Bacharme und alter Bäume. Kurz vor Hainburg empfängt uns dann die breite Donau wieder. Im Ort lohnt ein Rundgang durch das historische Zentrum.
Beste Jahreszeit
KartentippFreytag & Berndt WK 013, Lobau/Hainburg/Donauauen, 1:50 000; Kompass Radtourenkarte 151, 1 : 125 000.
MarkierungenDie Wegweiser des Donau-Radweges.
VerkehrsanbindungNach Orth gelangt man mit dem Auto auf der B 3 von Wien. Da Orth keinen Bahnhof hat, gibt es auch keine Rückfahrgelegenheit.
GastronomieForsthaus Stopfenreuth; Cafés und Restaurants in Hainburg.
Tipps
Das Forsthaus Stopfenreuth – ein geschätztes Fisch- und Heurigenlokal – bietet ganztägig warme Küche, dabei ist der deftige Schweinebraten ebenso in aller Munde wie das zarte Fischfilet (Uferstraße 1, Tel. 02214/2232).
Verleih
Forsthaus Stopfenreuth, Uferstr. 1, Tel. 02214/2232, Mobil 0676/ 6697071.
Informationen
Jagdschloss Eckartsau Das barocke Jagdschloss Eckartsau ist das wohl bekannteste Schloss entlang der Marchfelder Schlösserstraße, da hier 1919 die Geschichte der Habsburger ihr Ende fand. Am 11. November 1918 unterzeichnete Kaiser Karl I. im Schloss Schönbrunn in Wien den Verzicht auf die Ausübung seiner Regierungsgeschäfte und ging im Schloss Eckartsau ins Exil. Im März 1919 nahm die kaiserliche Familie dann Abschied von Österreich in Richtung Schweiz. Das Schloss selbst stammt aus dem 12. Jh. und wurde unter dem Thronfolger Franz Ferdinand noch einmal von Grund auf zu einem Prunkstück barocker Baukunst umgebaut. Berühmt sind die Fresken im Festsaal von Daniel Gran, die Bildhauerarbeiten von Lorenzo Mattielli sowie die Deckengemälde von Francoise Roettiers. Heute dient es als Sitz der Nationalpark-Forstverwaltung Eckartsau und im Juni als Bühne für die international bedeutenden Kammermusiktage. Vom Innenhof kann man in manchen Jahren auf dem Dach brütende Störche beobachten, ein Informationszentrum über Flora und Fauna der Donau-Auen ist im Schloss integriert. Die Besichtigung der letzten Kaiserwohnung ist jedoch nur mit Führung möglich. Geöffnet April bis Oktober Sa/So, Tel. 02214/2240, Führungen jeweils um 11 und 14 Uhr oder für Gruppen nach telefonischer Anmeldung. Hainburg und Joseph Haydn Als Sepperl acht Jahre alt war, wurde er von Pfarrer Palm in den Pfarrhof gerufen. Der schüchterne Bub hatte zuvor mit der Pauke für Aufsehen gesorgt und galt als sehr musikalisch. Ein echter Anwärter also für Domkapellmeister Reutter von St. Stephan aus Wien, der für seine Wiener Sängerknaben dringend Nachwuchs suchte. Doch als Sepperl vorsingen sollte, brachte er vor lauter Aufregung keinen vernünftigen Ton heraus. Erst ein paar süße Kirschen ermunterten den Knaben nach einigen vergeblichen Anläufen, sein wahres Können unter Beweis zu stellen. Der glanzvollen Karriere des Joseph Haydn stand nun nichts mehr im Wege. Hainburg ist stolz auf seinen 1809 in Wien verstorbenen weltweit bekannten Komponisten, der in der Stadt aufwuchs und zur Schule ging. Kein Wunder also, dass man Joseph Haydn bei einem Rundgang durch das historische Zentrum auf Schritt und Tritt begegnet: Die Gedächtnisbüste in der Ungarstraße, das ehemalige Schulgebäude mit der Haydnbibliothek, der Haydnsaal in der Wiener Straße und der Haydnbrunnen am Hauptplatz erinnern an den großen Künstler. Außerdem veranstaltet die Hainburger Haydngesellschaft regelmäßige Konzerte im Haydnsaal, und wer sich für seinen Werdegang und weitere Anekdoten interessiert, findet in der Haydnbibliothek die entsprechende Literatur.
Unterkunft
Eckartsau: Gasthof Kramreiter, Tel. 02214/2203; Privatzimmer Familie Moik, Tel. 02214/2235; Hainburg: Gasthof Zum Goldenen Anker, Donaulände 27, Tel. 02165/ 64810; Gasthof Zu den drei Raben, Ungarstr. 6, Tel. 02165/62407; Frühstückspension Haus Schlossblick, Siedlerstr. 20, Tel. 02165/ 67425.
Tourismusbüro
Eckartsau: Gemeindeamt, Obere Hauptstr. 1, Tel. 02214/2202, Nationalpark Donau-Auen, Jagdschloss, Tel. 02214/2240; Hainburg: Gäste-Informationsbüro, Hauptplatz 23, Tel. 02165/6211123.

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