Donau-Radweg: Von Mitterkirchen nach Grein

Zunächst geht es auf wenig befahrenen Nebenstraßen durch ein großes Obstanbaugebiet. Im mittleren Teil der Tour wird auf einer Forststraße ein herrliches Augebiet durchfahren, während zum Abschluss der Radweg entlang einer Bundesstraße nach Grein führt. (Autor: Michael Reimer, Wolfgang Taschner)
16 km
160 m
1.00 h
Hinter Mitterkirchen geht es zunächst ein Stück weit ins Hinterland. Wir radeln auf landwirtschaftlich genutzten Wegen und wenig befahrenen Nebenstraßen durch eine Region, die geprägt ist von weitläufigen Wiesen mit unzähligen Obstbäumen. In Mitterkirchen nehmen wir zunächst den asphaltierten Weg nach Kaindlau, wo wir einen schmalen Bach überqueren und dann direkt an dessen Ufer entlang von der Donau weg nach Labing fahren. Dort geht es dann rechts ab nach Mettensdorf.
Bei den ersten Häusern geht es zunächst links in den Ort, an einer großen Kreuzung halten wir uns dann rechts und nehmen die Straße nach Eizendorf. Unterwegs können wir immer wieder Häuser sehen, die auf der unteren Hälfte braun eingefärbt sind. Das verheerende Hochwasser
von 2002 hat hier seine Spuren hinterlassen, als die Häuser dieser Gegend teilweise bis zum ersten Stockwerk unter Wasser standen. Man kann sich diese immensen Wassermengen kaum vorstellen, zumal die Donau gut
3 Kilometer entfernt fließt.
Weitere Spuren des Hochwassers entdecken wir, wenn wir von Eizendorf wieder in Richtung Donau radeln und die Auen erreichen. Die
hohen Laubbäume stehen meterhoch im getrockneten Schlamm, den der über die Ufer getretene Fluss hier angeschwemmt hat.
Sobald die Donau erreicht ist, geht es
auf einem Schotterweg wieder links
am Ufer entlang. Wir durchfahren die
Auen Mitterhaufen und Hollerau, beides Schwemmgebiete, die immer wieder unter Wasser stehen. Die Donaualtarme und Tümpel stellen ein ideales Brutgebiet für seltene Wasservögel dar und mit etwas Glück kann man Fischadler oder Rohrweihen sehen. Auch die Biber fühlen sind hier sehr wohl, man erkennt ihre Anwesenheit an den unten angenagten Baumstämmen.
Etwa auf halber Strecke passieren wir eine große Wiese, auf der das Projekt »Freiraum« die Fantasie der Vorbeikommenden anregen möchte. Für Kinder gibt es eine Spielwiese und einen Erlebnispfad, die Erwachsenen finden Kunstobjekte mitten in der Natur und für alle gibt es Informationstafeln zur Natur, zum Hochwasser 2002 und zur Mythologie der Kelten, die vor 2700 Jahren dieses Gebiet besiedelten.
Kurz vor Dornach L verlassen wir die Auen wieder. Beim Anblick der Felsen zu beiden Seiten der Donau wird auch klar, weshalb das Hochwasser überhaupt entstehen konnte: Der Fluss muss sich hier durch eine schmale Öffnung zwischen den Felsen hindurchzwängen, und sobald der Wasserpegel ansteigt, staut sich das Wasser von dieser Stelle aus zurück und tritt über die Ufer.
In Dornach gibt es einen schönen Badesee, den man erreicht, wenn man den Radweg bei der Bahnlinie geradeaus weiterfährt. Ansonsten geht es direkt vor der Bahnlinie rechts auf einen Radweg, der zwischen Donau und Bahnstrecke das letzte Stück nach Grein L führt.
Etwa 1,5 Kilometer vor Grein führt eine große Brücke über die Donau, ab hier verläuft die nachfolgende Tour am rechten Ufer entlang. Wer jedoch zuvor die sehens-werte Stadt Grein besuchen möchte, radelt weiter am linken Ufer entlang dorthin, kehrt aber anschließend wieder zu dieser Brücke zurück und wechselt auf die rechte Seite.

Donau-Radweg

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied160 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktMitterkirchen, Marktplatz.
EndpunktGrein, Stadtplatz.
TourencharakterIm Mittelpunkt dieser Etappe steht der Obstbau, dessen Erzeugnisse wir in Form von Fruchtsäften und Most überall angeboten bekommen. Landschaftlichen Hochgenuss gibt es in den nachfolgenden Donauauen, während in Grein wieder die Kultur im Vordergrund steht.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Radtourenkarte 151, 1 : 125 000.
MarkierungenR 1 oder Donauradweg.
VerkehrsanbindungGrein ist sehr gut mit den Zügen der Österreichischen Bundesbahn aus Deutschland und Österreich zu erreichen.
GastronomieIn Mitterkirchen, Mettensdorf, Dornach und in Grein.
Tipps
Eine gemütliche Einkehr unter schattigen Obstbäumen finden wir etwa 2 km hinter Mitterkirchen direkt am Radweg. Der Hausherr schenkt Most und Apfelsaft ein, die Hausfrau serviert Speck- und Käsebrot sowie köstlich schmeckende Krapfen. Familie Naderer, Lehen 5, Tel. 07269/7380. Das Kaffeehaus Blumensträußl am Marktplatz von Grein ist nicht nur im original Biedermeier-Stil erhalten, hier gibt es auch hervorragende Kaffeespezialitäten und hausgemachte Torten. Kaffeehaus Blumensträußl, Stadtplatz 6, Tel. 07268/21200.
Informationen
Der Most Südlich der Donau liegt auf dieser Etappe die Region Mostviertel, der Name stammt vom Most, der dort in fast jedem Bauernhof hauptsächlich aus Birnen hergestellt wird. Aber auch in unserem Tourengebiet nördlich der Donau ist der Most überall zu bekommen. Links und rechts der Route zwischen Mitterkirchen und Eizendorf säumen die Mostbirnbäume den Weg. Im Frühjahr, zur Zeit der Blüte, entfalten die Obstbäume ihre ganze Pracht und bieten dabei ein einzigartiges Naturschauspiel. Der hellgelbe bis bernsteinfarbene Most wird in vier Geschmacksrichtungen angeboten: mild, halbmild, kräftig und resch. Während in anderen Gegenden Österreichs eher säuerlich schmeckende Apfelmoste getrunken werden, bevorzugt man im Mostviertel mild-fruchtige Birnenmoste. Fast alle Jausenstationen bieten Most, gespritzten Most (mit Limo gemischt) oder gepresste Fruchtsäfte an. Die Zubereitung von Most ist ähnlich wie die von Wein. Die Mostbirnen werden nach der Ernte gewaschen und gepresst. Der frische Saft kommt für sechs bis acht Wochen zur Gärung in ein Fass. Er »plaudert« im Keller, wie die Einheimischen sagen. Bevor er dann im März/April des folgenden Jahres trinkfertig ist, wird er filtriert und geklärt. Der Alkoholgehalt von Most liegt zwischen 4 und 8 Volumenprozent. Das Historische Stadttheater von Grein Am Stadtplatz von Grein steht mit dem Historischen Stadttheater von 1791 das älteste Theater Österreichs. Die Inneneinrichtung ist geprägt von den einfachen Holzstühlen, von denen einige Reihen den Privilegierten des Ortes vorbehalten waren. Deren Sitzfläche war hochgeklappt und mit einem Schloss versperrt. Nur der Besitzer des Schlüssels konnte daher diesen Platz benutzen. Dieses System, das den Begriff »Sperrsitz« prägte, blieb in Grein über die Zeit hinweg erhalten. Andere Kuriosa des Theaters, die im Rahmen einer Führung erklärt werden, sind »Abort« und »Gemeindekotter«. Im Juli und August spielen professionelle Schauspieler im Historische Stadttheater (Kartenvorverkauf in der Buchhandlung Hinterecker, Tel. 07268/373). Historisches Stadttheater Grein, Stadtplatz 7, Tel. 07268/7730, Mo–Sa 9–11.30 Uhr und 13.30–17 Uhr, So 13.30–16 Uhr geöffnet, Führungen Mo–Sa 9, 11, 13.30 und 16 Uhr, So 15 Uhr.
Unterkunft
In Mitterkirchen und insbesondere in Grein.
Tourismusbüro
Marktgemeindeamt Mitterkirchen, Tel. 07269/82550; Tourismusverband Grein, Tel. 07268/7055.

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