Donau-Radweg: Von Hainburg nach Bratislava

Die Tour beginnt mit einem kleinen Anstieg zwischen Hundsheimer- und Braunsberg und führt dann gemächlich über Wiesen und freie Felder zur slowakischen Grenze. Im Stadtgebiet von Bratislava muss man abseits der Fahrradwege vor dem Verkehr auf der Hut sein. (Autor: Michael Reimer, Wolfgang Taschner)

16 km
110 m
1.00 h
Um zum beschilderten Donauradweg zu gelangen, fahren wir
vom Hauptplatz in Hainburg L auf der Ungarstraße durch das Ungartor und überqueren auf der Krüklstraße die Bahngleise; dann geht es rechts auf der Kriemhildengasse durch eine Wohnsiedlung aus dem Ort heraus. Wer die vorangegangenen Etappen bewältigt hat, stellt mit Erstaunen fest, dass es an der Donau tatsächlich noch ansteigende Straßen gibt. Doch schon nach rund einem Kilometer hat die schiefe Ebene ihren Scheitelpunkt erreicht.
Vor uns breitet sich wieder das Donautal aus, der gewaltige Steinbruch am Ufer gegenüber liegt schon auf slowakischem Hoheitsgebiet. Und auch die Stadtsilhouette von Bratislava mit der Burg zeichnet sich von weitem ab. Der Radweg folgt zunächst der Bahnlinie, um dann an Mais- und Weizenfeldern vorbei Richtung Donaubett hinab und schließlich in den Ort Wolfsthal L zu führen.
Wir passieren den Ort auf der Hauptstraße, Fahrradwege sind nur sporadisch vorhanden. Das ändert sich nach Ortsende, nun führt der Radweg direkt an der Straße entlang zum Zollamt der österreichisch-slowakischen Grenze. Hier kann man schon einmal zu relativ günstigem Kurs ein wenig Geld in Slowakische Kronen umtauschen.
Nach Passieren der beiden Grenzstationen darf man links den Radabzweig nicht verpassen. Der Steinplattenweg führt in Richtung Donau, dann rechts unter der Autobahnbrücke hindurch und auf einem Damm in Richtung Stadt. Gleich an der ersten Brücke überqueren wir die Donau und gelangen
an der Kathedrale St. Martin an den Rand der Altstadt von Bratislava L. Die Altstadt lässt sich bequem mit dem Fahrrad erkunden, wer jedoch die Stadt ausführlicher besichtigen will, muss mit Autofahrern, Spurrillen und lästigen Schlaglöchern rechnen; Fahrradwege gibt so gut wie keine, falls doch, erweisen sich die hohen Randsteine als Hindernis.

Donau-Radweg

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied110 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktHainburg, Hauptplatz.
EndpunktBratislava, St. Martinsdom.
TourencharakterNach einem Sprichwort hatte jede Tageszeit im alten Pressburg ihre eigene Sprache. Morgens sprach man slowakisch, mittags ungarisch und abends deutsch. Der Vormittag gehörte den einheimischen Arbeitern und Dienstboten, zum Mittagessen trafen sich die Geschäftsleute aus Ungarn und zu später Stunde gab man sich in der Nachbarstadt Wien ein Stelldichein in der Oper, dem Nationaltheater oder auf dem Boulevard.
Beste Jahreszeit
KartentippFreytag & Berndt WK 013, Lobau/Hainburg/ Donauauen mit Bratislava, 1:50 000; Stadtplan von Bratislava beim Informationsservice; Kompass Radtourenkarte 151, 1 : 125 000.
MarkierungenDie Wegweiser des Donau-Radweges; die Slowakei hat die österreichische Beschilderung mit rechteckig-hochgestellten grünen Schildern übernommen.
VerkehrsanbindungDie Bahnverbindung von Wien nach Hainburg ist gut; mit dem Auto fährt man über Wien auf der A 4 Richtung Budapest, nimmt die Ausfahrt Fischamend und gelangt auf beschilderter Landstraße nach Hainburg. Rückfahrt mit dem Zug zum Ausgangsort nur mit Umweg über Wien möglich; alternativ nimmt man das Donauschiff.
GastronomieBis Bratislava keine Einkehr, dort jedoch eine Vielzahl an Cafés, Bistros und Restaurants.
Tipps
Das Hotel Spirit in Bratislava, Vancurova 1, Tel. 02/54652711, hat Charakter und Stil: An der bunten Fassade hätte Hundertwasser seine Freude gehabt, und die fantasievolle Gestaltung setzt sich in den Zimmern fort. Viel jüngeres Publikum, angenehme Atmosphäre. Eine genussvolle Pause bietet sich im Café Mayer auf dem Hauptplatz von Bratislava an, im Sommer auch auf der Außenterrasse. Das Café ist zentrale Anlaufstelle für Liebhaber von Torten sowie kalter und warmer Mehlspeisen und wirbt frei nach alter Tradition noch heute als »k.u.k.-Hoflieferant«.
Verleih
Bratislava: Pôzicovna, Beniakova 13, Tel. 02/65313992.
Informationen
Die Altstadt von Bratislava Nach dem Ende des Sozialismus 1993 wurde die historische Altstadt von Bratislava in einem atemberaubenden Tempo renoviert und restauriert. Das Herz des alten Pressburg erscheint seither in neuem Glanz, sieht man einmal von den Hausruinen in den zum Burgberg hin gelegenen Gassen ab. Hier lässt sich noch ein wenig die Atmosphäre des alten Pressburg erahnen. Man bewegt sich auf altem Kopfsteinpflaster, die Häuser sind noch nicht saniert, die Fassaden blättern und hier und da entdeckt man verblichene Wandmalereien. Beliebter Treffpunkt für Einheimische und Touristen ist der markante Brunnen mit einer Rolandstatue am Hauptplatz mit Blick auf das älteste Rathaus der Slowakei, das in seinen hinteren Gebäudeteilen das Stadtmuseum beherbergt. Auf dem Weg durch den Innenhof gelangt man auf einen weiteren Platz, an dem das prächtigste Palais der Stadt dominiert: das Primatial-Palais. Im prunkvollen klassizistischen Bau kann man heute Gemälde und vor allem eine einzigartige sechsteilige Sammlung von englischen Wandteppichen besichtigen. Eines der ältesten Gotteshäuser der Stadt ist die Franziskanerkirche (1280–1297). An die Nordseite angebaut wurde die St.-Johannes-Kapelle, bei der die Sainte-Chapelle in Paris als Vorbild diente. Von der Kirche sind es nur ein paar Schritte bis zum Boulevard, der traditionellen Flaniermeile der Einheimischen, die sich hier vor allem sonntags zum Schachspiel, Platzkonzert oder Picknick treffen. Den Abschluss der Boulevards bildet das Slowakische Nationaltheater, in dem Opernaufführungen zu sehen sind. Das Haus wurde im 19. Jh. nach dem Vorbild der Pariser Oper erbaut. Mit Straßencafés, Restaurants und begrünten Plätzen breitet sich in der Altstadt im Sommer fast mediterranes Flair aus.
Unterkunft
Bratislava: Jugendherbergen Mladá garda, Racianska 103, Tel. 02/44253065, Internát Svoradov, Svoradova 13, Tel. 02/54415386; Hotels im Zentrum: Ibis, Zámocká 38, Tel. 02/59292000, Kyjev, Rajská 2, 02/52961082, Tatra, Nám.l.mája, Tel. 02/59272123, Botel Fairway, nábr. Gen. Svobodu, Tel. 02/54412090; außerdem 4 Pensionen und mehrere Privatzimmer. Camping: Bratislava: Zlaté Piesky, Senecká Cestaz, Tel. 02/44257373.
Tourismusbüro

Wolfsthal-Berg: Gemeindeamt Wolfsthal, Hauptstr. 42, Tel. 02412/62676; Bratislava: Informationsservice, 2 Klobucnicka St., Tel. 02/

54433715.

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