Dinosaurier unter Obstbäumen rund um Bad Feilnbach

Sonnige, fast flache Tour auf Radwegen am Fuße des Wendelsteins, durch interessante Zwischenstopps wird die Tour zu einem Ganztagsausflug. Das landschaftlich reizvollere, aber auch anstrengende Ende der Tour lässt sich umgehen, sodass auch Radanfänger locker mithalten können. (Autor: Lisa Bahnmüller)
17 km
153 m
0.00 h
Bad Feilnbach – Wiechs – Kleinholzhausen – Bad Feilnbach.
Wir starten von der Kirche in Bad Feilnbach, radeln am gegenüberliegenden Rathaus vorbei und biegen links in die Bahnhofstraße ein. Nach 300 m folgen wir rechts dem Radwegschild »Bad Aibling/Au« über die kleine Brücke des Kaltenbaches. Wir bleiben neben dem Bach und wechseln einmal die Uferseite. Nach 2,1km lassen wir die Schilder außer Acht und strampeln weiter am Wasser entlang. Bei 3,3km mündet der Weg in eine Autostraße, die wir vorsichtig in einem Rechts-links-Knick über die Kaltenbachbrücke überqueren. Auf der anderen Straßenseite geht es am Klärwerk vorbei. Am Wegkreuz wählen wir den linken Weg. Kurz darauf überqueren wir den kleinen Mühlbach nach rechts und erreichen bei 5,5km den Gasthof Moosmühle. Verschiedene Obstbäume mit Sortenbezeichnung säumen den Weg. Das nächste Etappenziel ist der Weiler Wiechs, den wir bei 6,9km links haltend durchqueren. An der kleinen T-Kreuzung bei 7,9km biegen wir links ab und folgen dem Schild »Moorlehrpfad«. Im Wald radeln wir zweimal rechts. An den nächsten zwei Abzweigungen geht es wieder links, so sind wir schnell in Kleinholzhausen. Das Urweltmuseum ist direkt neben dem Gasthof Neiderhell, zwei riesige Dinosaurierskulpturen weisen den Weg in das unterirdische Museum (11,9km).
Für den Heimweg radeln wir vom Gasthof die Straße ein Stück zurück und biegen dann links in die Litzeldorferstraße ein. Unsere Tour ist nun als Radweg 33 ausgeschildert. In einigen Zicks und Zacks geht es westwärts auf Feldwegen immer dem Schild »33« nach. Bei 15,0km überqueren wir in Derndorf die Bundesstraße etwas nach links und biegen gleich darauf rechts in die Estermannstraße ein. Jetzt gilt es zu entscheiden, ob man noch genug Kraft und Reserven für die anstrengende Schlussetappe besitzt. Als Belohnung winken wunderschöne Ausblicke, die schon vor mehr als 110 Jahren den Maler Wilhelm Leibl inspiriert haben. Der einfachere, flachere Weg führt nach dem großen Bauernhof auf der rechten Seite fast parallel zur Autostraße geradeaus über die Felder und mündet kurz vor dem Gasthof Aumannwirt in unseren Weg. Der schönere, wenn auch schweißtreibendere Weg führt bergauf Richtung Kutterling. Gleich nach dem ersten Anstieg lädt die große frei stehende Wilhelm-Leibl-Linde zu einer Verschnaufpause ein. Weit schweift der Blick über Obstgärten und Dörfer hin zur Mangfallebene. Im Südosten wird der Horizont von den nahen Inntaler Bergen begrenzt. In Kutterling radeln wir in die Wilhelm-Leibl-Straße. An schönen Höfen vorbei geht es noch einmal bergauf bis nach Altofing, wo wir rechts in den Malerwinklweg radeln. Steil bergab verlieren wir die zuvor so mühsam gewonnenen Höhenmeter. Am Aumannwirt erreichen wir wieder eine größere Straße, auf der wir nach links, jetzt wieder den Radwegschildern »33« folgend, direkt zum Ausgangspunkt in Bad Feilnbach zurückkommen (19,0km).
Wissenswertes.
Bad Feilnbach: 7000 Einwohner und 6000 Kühe leben in Bad Feilnbach. Ein Beweis dafür, dass es der Gemeinde trotz des Attributs »Bad« gelungen ist, den dörflichen Charakter zu erhalten. Das »Moorbaden« hat bereits seit über 100 Jahren in Feilnbach Tradition. Bekannter ist der Kurort aber für seine ausgezeichneten Obstbrände. Viele Höfe haben schon von jeher das Recht Schnaps zu brennen, was natürlich weidlich genutzt wird, wie man an der Beschilderung vieler Höfe sehen kann. Noch heute werden jährlich an die 300 Tonnen Äpfel, 50 Tonnen Birnen, 85 Tonnen Zwetschgen und 15 Tonnen Kirschen geerntet. Bei so reichem Ertrag kann man sich vorstellen, dass sich im Frühjahr die Streuobstwiesen rund um Bad Feilnbach in ein einziges duftendes Blütenmeer verwandeln. An die 50 000 Obstbäume machen Bad Feilnbach zum bayerischen »Meran«.
Wiechs: Harmonisch liegt die Kirche von Wiechs in der flachen Ebene des auslaufenden Feilnbacher Moores. St. Laurentius und St. Sixtus sind die beiden Patrone, ihr Bild ist auf dem Altarblatt am Hochaltar zu finden.
Kutterling: In diesem kleinen Ort lebte von 1892 bis 1900 der Maler Wilhelm Leibl. Hier entstanden herrliche Porträts und Landschaftsbilder, oft gemeinsam mit seinem Freund Johann Sperl. Das Haus, das er hier bewohnte, ist in Privatbesitz und nicht zu besichtigen. Seine Wohnstube hingegen steht im nahen Bad Aibling im Heimatmuseum.

kindgerecht

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour17 km
Höhenunterschied153 m
Dauer0.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBad Feilnbach - Ortszentrum.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterLandschaftlich abwechslungsreich ist diese Tour entlang der Nordseite des Wendelsteins. Die Gegend ist für ihren Obstanbau bekannt und so bietet jede Jahreszeit neue Eindrücke. Für Dinosaurierfans ist das Urweltmuseum besonders anziehend.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Nr. 8, Tegernsee 1 - 50000.
VerkehrsanbindungMit dem Auto - auf der Salzburger Autobahn A 8, Ausfahrt Bad Aibling, Landstraße Richtung Bad Feilnbach, Parkplätze im Ortszentrum um die Kirche.
GastronomieBei Wiechs - Gasthof Moosmühle, schöner Spielplatz, gute Küche mit heimischen Produkten. Kleinholzhausen: Gasthof Neiderhell am Dinosauriermuseum, ideal zum Durstlöschen. Bad Feilnbach: Gasthof Pfeiffenthaler, gute bodenständige, bayerische Küche zu fairen Preisen, unser Tipp!
Tipps
Das Urweltmuseum Neiderhell (Steinbruckerstraße 4, Kleinholzhausen) wurde 2001 von privater Hand eröffnet. Seit 50 Jahren sammelt Familie Neiderhell fossile Versteinerungen, Mineralien und Ähnliches aus aller Welt. Neben Ammoniten, Dinosauriereiern, Fossilien, unter ihnen der seltene Kugelzahnfisch, sind versteinerte Bäume und eine riesige Mineraliensammlung auf 460 qm ausgestellt. Jedes Jahr im Oktober gibt es in Bad Feilnbach Bayerns größten Apfelmarkt. Ein Fest für die gesamte Familie. Kulinarische Köstlichkeiten, Musik, Streichelzoo, selbst gepresster Apfelsaft, Kutschenfahrten und natürlich viel Wissenswertes rund um den Apfel werden geboten.
Informationen
Bad Feilnbach - Freibad mit großer Liegewiese.
Tourismusbüro
Gästeinfo Bad Feilnbach, Tel.: 08066/1444.
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