In die Leuchtenstadt Neheim

Es geht über gut ausgebaute Radwege, die über längere Strecken nicht geteert sind, sowie durch diverse Wohn- und Gewerbegebiete. Keine nennenswerten Steigungen vorhanden. (Autor: Matthias Eickhoff)
17 km
170 m
1.00 h
Von Arnsberg nach Neheim: Vom Sauerlandtheater RuhrtalRadweg geradeaus an linker Ruhrseite und nach 300 m über Ruhr bis Rundsporthalle. Dahinter RTRW an Gabelung schräg rechts in Wald. Nach rund 1,5 km links über Mühlengraben und sofort rechts auf ungeteertem Weg an Segelfluggelände vorbei. Nach 1 km etwas versteckt zwischen zwei Kleingartenanlagen nach links und über Ruhr. Vor uns ragt nun der alte Burgberg auf. Dort stand im 11. Jh. die Rüdenburg, die erste Befestigung von Arnsberg, bevor die Grafen auf den Schlossberg zur Rechten übersiedelten. Damals hieß der Schlossberg noch Adlerberg. RTRW folgt Gütergleis rechts zur Jägerbrücke. Hier links über Gleis und sofort wieder rechts in Tiergartenstraße. Rechts in Pirschweg und vor Ruhr links in Arnsberger Burgweg. Unterhalb des Bahnviadukts erneut vorsichtig das Gleis überqueren. Man beachte den Höhenunterschied, der seit dem Ortseingang Arnsberg zurückgelegt wurde. Auf der anderen Seite des Schlossbergtunnels ist der Bahnübergang ebenerdig. An der nächsten Gabelung rechts und Gütergleis unterqueren. Danach fällt zur Linken hinter dem Feld ein altes Gutshaus auf. Es handelt sich dabei um das ehemalige Torhaus des Ritterguts Haus Obereimer aus der Mitte des 16. Jh. Seit 1652 war das Gut kurfürstliches Jagdhaus gewesen, später Sitz des kurfürstlichen Jägermeisters. Heute dient es dem Forstamt Arnsberg als Sitz. Auf RTRW über nächste Ruhrbrücke nach rechts. An Ampelkreuzung links auf Radweg. Nach fast 1 km rechts in Wannestraße nach Niedereimer. Hinter Bahnübergang sofort links auf ungeteerten Radweg. Die folgenden Kilometer am Waldrand Richtung Bruchhausen, während zur Linken Gewerbe angesiedelt ist. Schließlich auf offenes Feld mit Blick auf Bruchhauser Kirche. Davor steht an einem kleinen Teich ein schöner Fachwerkbauernhof. Am Straßenende rechts in Lindenstraße und sofort wieder links (Rüggen). Im Gewerbegebiet rechts ab und nach links zum Abzweig Richtung Möhnesee (hier trifft der Abstecher zum Möhnesee wieder auf RTRW, s. Etappe 15, S. 176 ff.). Schräg rechts über Holzbrücke und 500 m bis zum modernen Freizeitbad Nass.Auf RTRW weiter durch den Wald, rechts um einen Zaun herum und über die nächste Straße geradeaus in die Wohnstraße Lindenhof (später Unter’m Breloh). Hier haben wir den Stadtrand von Hüsten erreicht. Der Ort wurde schon 802 erwähnt und gehört damit zu den ältesten in Westfalen. In Hüsten befand sich eine der zwölf Stammpfarreien des Sauerlandes. Davon ist heute nur wenig zu erahnen, da Hüsten im 19. Jh. stark von der Industrialisierung erfasst wurde. 1941 folgte der Zusammenschluss mit Neheim, 1975 dann die Eingemeindung nach Arnsberg. Am Straßenende links und über die große Wagenbergstraße. Unter dem neuen Autobahnzubringer hinweg in ein kleines Gewerbegebiet. Dort links und am Straßenende rechts auf den Radweg nach Neheim. Es folgt ein sehr schönes Teilstück im Wald oberhalb der Ruhr. Hier bildet die Ruhr ein kleines Steilufer und der ungeteerte RTRW wird etwas schmaler. Ein Naturlehrpfad erläutert unter anderem die heimischen Fischarten. An Fußgängerbrücke geradeaus, vorbei am Rathaus. Links unter Straßenbrücke hinweg, vorbei an der Wildwasserstrecke (über die Brücke geht es zum Bahnhof Hüsten). Die nächsten 3 km gemütlich über geteerten Rad-Fußweg durch Ruhraue zur Mündung der Möhne nach Neheim. Unterwegs führt die erste Fußgängerbrücke zum Freibad am Waldrand auf der anderen Ruhrseite. Schließlich unterquert RTRW die Mendener Straße in Neheim. Unterhalb der Autobahnauffahrt Neheim rechts ins Möhnetal bis zur hölzernen Möhnebrücke. Von hier führt ein lohnenswerter Abstecher in die Innenstadt von Neheim (s. unten) sowie ein längerer Abstecher zum Möhnesee (s. Etappe 15, S. 179).Abstecher in die Neheimer Innenstadt: Von Möhnebrücke schräg rechts nach oben zur ehemaligen Möhnepforte. Hier befand sich im Mittelalter eines der drei Neheimer Stadttore. Direkt gegenüber des sympathischen indischen Restaurants Sanskrit (s. Kasten »Tour kompakt«) steht an der Ecke zum Gransauplatz das stattliche Fachwerkhaus der 1807 nach einem verheerenden Stadtbrand gebauten alten Posthalterei. Erst 1927 verkehrte von hier die letzte Pferde-Postkutsche. Rechts in Mendener Straße bis Burgstraße. In der Mendener Straße 35 befindet sich links in einem Hof zurückgesetzt die 1876 erbaute ehemalige Synagoge, die 1938 von den Nazis geplündert und 1985 restauriert wurde. Kurz vor der Burgstraße sehen wir links zwei sehr schöne Fachwerkhäuser aus dem 18. Jh. An der Ecke Burgstraße steht der Fresekenhof , ein bedeutendes Zeugnis der Neheimer Stadtgeschichte. Der Burgmannshof stammt schon aus dem 14. Jh. und befand sich unmittelbar an der Stadtmauer, um die wichtige Ruhrbrücke zu sichern. Das jetzige Gebäude wurde 1680 errichtet. Im 19. Jh. diente es als Gerichtsgebäude. Heute rauscht die Autobahn direkt hinter dem Haus vorbei. Auf dem weiteren Weg durch die idyllische Burgstraße passieren wir zur Rechten den ansehnlichen ehemaligen Burgmannshof Gransau, der sich in Privatbesitz befindet.Über Burgstraße erneut vorbei am Gransauplatz und am Straßenende auf den zur Fußgängerzone ausgebauten Neheimer Markt. Heute fällt es schwer sich vorzustellen, dass sich noch vor 30 Jahren endlose Autokolonnen durch die engen Gassen von Neheim zwängten. 1988 wurde nach dem Bau der Autobahn die Umgestaltung der Innenstadt abgeschlossen. Belebung bringt dieser Tage vor allem der nette Wochenmarkt mittwochs und samstags. Überragt wird der Marktplatz vom Sauerländer Dom, der Pfarrkirche St. Johannes. Zwischen 1892 und 1913 in zwei Bauabschnitten errichtet, haben die wuchtigen Ausmaße zu ihrem Spitznamen geführt. Die ursprünglichen Entwürfe waren von Richard Odenthal und Karl Rüdell gefertigt worden. Reizvoll war allerdings auch die Vorgängerkirche, die 1822 unter Einfluss von niemand Geringerem als Karl-Friedrich Schinkel entstanden war.Ende des 19. Jh. wurde Neheim zum Zentrum der deutschen Leuchtenindustrie, was der Stadt den Beinamen »Leuchtenstadt« einbrachte. 1941 erfolgte die Vereinigung mit Hüsten und 1975 die Eingemeindung nach Arnsberg. Am Neheimer Markt beginnt auch der längere Abstecher zum Möhnesee (s. Etappe 15, S. 176).Über Mendener Straße (Fußgängerzone!) links zurück zum Gransauplatz und schräg rechts hinunter zur Möhnebrücke.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour17 km
Höhenunterschied170 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktArnsberg
TourencharakterAuf dieser Etappe bleibt man im Stadtgebiet von Arnsberg. Rund um die Altstadt windet sich die Ruhr in einer weiten Schleife und folgt dann am Waldrand dem dicht besiedelten Tal. Nach einem längeren Abschnitt in der Ruhraue erreicht man die Leuchtenstadt Neheim.
Beste Jahreszeit
MarkierungenRuhrtalRadweg.
VerkehrsanbindungBahn: Von Dortmund/Hagen sowie Kassel/Winterberg regelmäßige Verbindungen mit RE17/57 nach Arnsberg. Auto: Über die A 46 bis Arnsberg-Altstadt oder Arnsberg-Ost; über die B 229 von Soest. Rückfahrt Vom Bhf. Hüsten zweimal pro Stunde Verbindungen zurück nach Arnsberg.
GastronomieArnsberg-Neheim: Eiscafé Venezia, Neheimer Markt 3, Tel. 02932/291 11 (angesagtes Eiscafé auf dem verkehrsberuhigten Marktplatz); Sanskrit, Mendener Str. 28, Tel. 02932/42 94 86 (sehr angenehmes indisches Restaurant an der Möhnepforte, günstige Mittagsgerichte); Rioja Tapas Bar, Mendener Str. 23, Tel. 02932/89 65 69 (schicker Spanier mit sehr großer Tapasauswahl).
Tipps
Freizeitbad Nass: Wer seinen müden Beinen etwas Erholung gönnen will, ist im Freizeitbad Nass genau richtig. Erlebnisbad, Außenbecken, Saunalandschaft und Wellnessbereich lassen die Mühen des Radelns schnell vergessen (Vogelbruch 30, Tel. 02932/47 57 30, www.nass-arnsberg.de, tgl. 10–22 Uhr).
Verleih
Arnsberg-Niedereimer: Theo’s Zweirad-Treff, Wannestr. 11, Tel. 02937/82 74 06 (kein Verleih). Arnsberg-Neheim: Zweirad Wierleuker, Werler Str. 4, Tel. 02932/830 84 (Service und Verleih).
Unterkunft
Arnsberg–Neheim: Hotel Zur Krone, Johannesstr. 62, Tel. 02932/70 07 55, www.hotel-zur-krone.com (auch einfachere und günstigere Zimmer mit Etagen-WC; im Haus italienisches Restaurant); Waldhaus Rodelhaus, Zu den drei Bänken, Tel. 02932/970 40, www.rodelhaus.de (freundlicher Familienbetrieb mitten im Wald oberhalb der Ruhr); Dorint Resorts Arnsberg/Sauerland, Zu den drei Bänken, Tel. 02932/20 01, www.dorintresorts.com/arnsberg (163 Zimmer mit 4-Sterne-Komfort und angeschlossenem Wellness-Club, mitten im Wald).
Tourismusbüro
Arnsberg: Neumarkt 6, 59821 Arnsberg, Tel. 02931/40 55, www.arnsberg-info.de

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