In die Barockstadt an der Diemel

überwiegend autofreie Wege. Geringe, zuweilen steile Steigungen von jeweils maximal 30 Hm. (Autor: Bernhard Pollmann)
9 km
110 m
1.00 h
2Bundesstraßen-Strecke Der Hauptstrang des Weser-Radwegs folgt durchgehend der Bundesstraße auf einem Fahrradweg, der teilweise nicht durch Leitplanken von der B80 abgetrennt ist. Der Radweg bietet anfangs schöne Blicke über Acker- und Wiesenland hinüber zum P Solling. Schon bald wird dann ein aussichtsreicher Rastplatz (Parkplatz der Bundesstraße) erreicht, danach geht es im Wald hinüber nach Bad Karlshafen. Wahmbeck Der Erholungsort Wahmbeck liegt durchgangsverkehrsfrei vor dem äußersten Südzipfel des Naturparks Solling-Vogler an der Weser. Wie in alten Zeiten bringt die Gierseilfähre Menschen, Tiere und Fahrzeuge sicher über den breiten Fluss, durch den hier die Grenze zwischen Niedersachsen und Hessen verläuft. Die Weserfähre pendelt von März bis Oktober zwischen dem niedersächsischen und dem hessischen Ufer am Fuß des Reinhardswalds; am hessischen Ufer befindet sich ein Anleger des Linienschiffs »Hessen« der Strecke Bad Karlshafen–Hann. Münden. Die Weser hat zwischen Schwülmemündung und Wahmbeck im Lauf der Jahrtausende ihr Flussbett verändert. Der Kahlberg (225 m) zwischen Bodenfelde und Wahmbeck ist ein typischer Umlaufberg: Heute fließt die Weser südlich dieses Bergs, das vermoorte alte Flussbett nördlich davon ist vom neuen Flussbett abgetrennt. Bad Karlshafen Die barocke Sole- und Hafenstadt Bad Karlshafen am Nordrand des Reinhardswalds an der Mündung der Diemel in die Weser ist die am weitesten nördlich gelegene Stadt Hessens. Neben Erlangen hat das »weiße« Bad Karlshafen das besterhaltene Bild einer Hugenottenstadt des 17./18. Jh.: Alle Häuser sind bis hin zum Farbanstrich in derselben Einheitsarchitektur gehalten. Mitten im barocken Stadtkern informiert gegenüber vom Rathaus das Hugenotten-Museum über die Ankunft und das Wirken dieser Glaubensflüchtlinge im Weserbergland. Angelegt wurde die Stadt nach Entwürfen von Oberst Friedrich Conradi. Das rechteckige Hafenbecken in der Diemel bildet den Mittelpunkt der Stadt; die Repräsentationsbauten stehen an den Längsfronten des Beckens, darunter das ehemalige landgräfliche Quartier (1715–1718, Conradi), jetzt Rathaus. Bis Ende des 17. Jh. gab es im Gebiet des heutigen Bad Karlshafen ausgedehnte Moore und Feuchtgebiete. Um die Zoll- und Stapelgebühren im hannoverschen Münden zu umgehen, plante Landgraf Karl von Hessen-Kassel den Bau eines Kanals zwischen Kassel und der Weser; dafür sollte an der Mündung der Diemel in die Weser eine neue Stadt gegründet werden. 1699 begann der Bau der neuen Stadt, die den Namen Sieburg erhielt nach einer vorgeschichtlichen Fliehburg auf dem gleichnamigen Nordausläufer des Reinhardswalds hoch über der Stadt. Die ersten Siedler waren Hugenotten u.a. Glaubensflüchtlinge aus Frankreich. 1710 erhielt Sieburg Stadtrecht, 1715 wurde die Stadt nach ihrem Gründer in Karlshafen umbenannt. Das Kanalprojekt wurde 1730 nach dem Tod des Landgrafen aufgegeben. Die im selben Jahr entdeckte Solequelle wurde nach dem Siebenjährigen Krieg zur Salzgewinnung genutzt, der Badebetrieb entfaltete sich aber erst im 20. Jh. 1977 erhielt Karlshafen den Namenszusatz »Bad«. Die Kurpromenade erstreckt sich längs der Weser.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied110 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWeserfähre in Wahmbeck (Ortsteil von Bodenfelde).
EndpunktDB-Bahnhof Bad Karlshafen.
TourencharakterAn der Wahmbecker Weserfähre muss man sich entscheiden: entweder für die autofreie, nicht asphaltierte, landschaftlich eindrucksvolle, aber zuweilen sehr steile Nebenroute des Weser-Radwegs in der Südflanke des Solling oder für den Radweg neben der B80 links der Weser.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Freizeitkarte 1: 50000 Reinhardswald (Hessisches Landesvermessungsamt) oder Radwanderkarte Niedersachsen 1: 75000 Blatt 26 Solling und Umgebung (Landesvermessung + Geobasisinformation Niedersachsen).
VerkehrsanbindungDB-Linie Göttingen–Bodenfelde–Bad Karlshafen–Lauenförde–Beverungen–Wehrden–Altenbeken.
GastronomieBad Karlshafen.
Tipps
Exmoor-Ponys und Heckrinder im Hutewald: Im Erholungsort Nienover an der Deutschen Märchenstraße im Reihertal oberhalb von Bodenfelde steht das bedeutendste Jagdschloss des Solling; der Radweg dorthin beginnt in Bodenfelde. Die von der Universität Göttingen genutzte Dreiflügelanlage thront auf einem Sporn des Schinkelbergs über dem Reihertal, wurde während des Dreißigjährigen Kriegs zerstört und danach auf den Grundmauern wiederaufgebaut. In der Nähe des Schlosses »entdeckten« Forstwissenschaftler einen vor 200 Jahre gepflanzten Eichenbestand. Seit 2000 ist das 170 ha große Wald-Offenland-Gebiet ein internationales Hutewald-Projekt, in dem Exmoor-Ponys und Heckrinder leben. Ziel des Projekts ist es, einen Hutewald gemäß der traditionellen Bewirtschaftung zu erhalten. Infozentrum, Schaugehege und Erlebnispfade laden zum Entdecken ein (www.hutewald.de). Wellness in der Weserbergland-Therme: Die 2004 eröffnete Weserbergland-Therme ist eine der größten Wellness-Badelandschaften des Weserberglands. Direkt aus der Quelle aus einer Tiefe von 1150 m sprudelt das Thermal-Sole-Heilwasser mit Wassertemperaturen von 33–36°C und einem Solegehalt von 1,5–5% in die blütenförmig angeordneten Becken. Vier Whirlpools und zahlreiche Ruhegelegenheiten ermöglichen das Entspannen in angenehmer Atmosphäre, hinzu kommen Saunalandschaften, Freibereiche, Restaurant usw.
Informationen
Der Solling (»Schwellung«) ist das größte und höchste Gebirge im Weserbergland und zugleich eines der größten Waldgebiete Norddeutschlands. Zusammen mit dem nördlich anschließenden Vogler ist er Namensgeber des niedersächsischen Naturparks Solling-Vogler. Als bis zu 50 km lange und bis zu 30 km breite Buntsandstein-»Schwellung« wölbt er sich rechts der Weser zwischen Uslar, Dassel und Holzminden. Seine höchste Erhebung, die Große Blöße (528 m), ist der höchste Gipfel des Weserberglands, Aussichtstürme sind der Sollingturm auf dem Strutberg (444 m) bei Uslar und der Hochsollingturm am Moosberg (509 m) bei Neuhaus. Breite Waldrücken, deren höchste Punkte nur wenig aus der plateauartigen Wölbung herausragen, Moore, liebliche Wiesentäler und im Wald versteckte Teiche prägen das Landschaftsbild. Seine größte Dramatik entfaltet der Solling im Süden am Weserdurchbruchstal, wo er in bis zu wandartig steilen, felsdurchsetzten Steilhängen zur Weser abstürzt. Die undurchlässigen Böden auf dem niederschlagsreichen Hochplateau begünstigen die Bildung von Hochmooren und Bruchwäldern. Das größte Hochmoor, das die Entwässerungsmaßnahmen des 19. Jh. überlebt hat, ist das Mecklenbruch bei Neuhaus, südöstlich davon liegt das ebenfalls unter Naturschutz stehende Torfmoor. In die sauren Birken-, Eichen- und Buchenwälder auf dem Plateau trieben die Bewohner der umliegenden Siedlungen in vergangenen Jahrhunderten ihr Vieh und holten Laubheu als Streu und Futter heraus. Die gewaltigen, als Naturdenkmäler ausgewiesenen Eichen, an denen die Wildbahn (Hessenweg 3) am Dreiländereck vorbeiführt, erinnern an die alte Waldweidezeit. Da der Wald auf den sauren Böden nur geringen Zuwachs zeigt, kam es nach und nach zu einer Verwüstung der Wälder, da auch der Brennholzbedarf der nahen Glashütten und Schmieden sowie der Porzellanmanufaktur in Fürstenberg enorm war. Die berühmten Sollingbuchen wurden bis nach Hannover getriftet.
Tourismusbüro
Gemeindeverwaltung Wahlsburg, Am Mühlbach 15, 37194 Wahlsburg, Tel. 0 55 72/937811, Internet www.wahlsburg.de; Verkehrsverein Bodenfelde, Schlichtelke 22, 37194 Bodenfelde, Tel. 0 55 72/5 71, Internet www.bodenfelde.de; Kur- und Tourist-Information Bad Karlshafen, Rathaus, Hafenplatz 8, 34385 Bad Karlshafen, Tel. 0 56 72/999922, Internet www.bad-karlshafen.de.
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