An den Rhein bei Duisburg

Zumeist gut ausgebaute separate Radwege; bis Styrum durch MüGa-Park; auch im Duisburger Hafen separate Radwege; am Niederrhein keine Steigungen und keine seitlichen Hügel mehr. (Autor: Matthias Eickhoff)
26 km
180 m
1.00 h
Von Mülheim zum Rhein bei Duisburg: Von Schloss Broich auf RTRW geradeaus durch Park über Brücke hinunter. Vor den Brunnen und Teichen links und dann schräg rechts. Schotterweg durch Park folgen und unter alter Bahnbrücke hinweg. Hinter Straßenbrücke eingezäuntes MüGa-Gelände kurzzeitig verlassen und Wendelauffahrt zur Schnellstraße. Dort rechts und nach 200 m schräg rechts auf ehemalige Bahntrasse zur Styrumer Brücke. Dahinter über Holzbrücke links hinunter und über Styrumer Schlossweg zum Wasserturm in Styrum.1892/93 erbaute August Thyssen den Wasserturm für sein Walz- und Röhrenwerk. Auch nach der Produktionsverlagerung war der 50 m hohe Turm noch bis 1982 in Betrieb. Inzwischen ist das spannende und kinderfreundliche Aquarius Wassermuseum eingezogen und der Turm damit zu einem Ankerpunkt der Route der Industriekultur geworden. Auf mehreren Etagen wird auf interaktive Weise viel Wissenswertes über Wasser vermittelt. Vom Turm genießt man einen großartigen Rundblick über das westliche Ruhrgebiet (Burgstr. 70, Tel. 0208/443 33 90, www.aquarius-wassermuseum.de, Di–So 10–18 Uhr). Hinter dem Turm befindet sich Schloss Styrum, das sich aus einem mittelalterlichen königlichen Oberhof entwickelte. 1890 kaufte August Thyssen das sehr baufällige Anwesen und wandelte es zu einem repräsentativen Wohnsitz für seine Generaldirektoren um. Heute dient es u. a. als Altentagesstätte sowie als Restaurant (s. Kasten »Tour kompakt«). Besonders idyllisch ist bei schönem Wetter eine Kaffeepause im Barockgarten vor der imposanten Kulisse des Wasserturms.Vom Wasserturm weiter über RTRW und hinter Schlossmauer rechts. An Moritzstraße links, an Einkaufszentrum vorbei und links auf Radweg entlang der A 40. Nach 1 km an Fußgängerampel rechts unter Autobahn hinweg zum Stadion und Naturbad Styrum. An Kreuzung links unter Bahnlinie nach Oberhausen-Alstaden. Links in Kewer Straße und erneut links in Speldorfer Straße. Hinter der Bahn schräg links (Am Ruhrufer) und über Ruhrdeich. Nach 600 m rechts und über Deich um Altarm. Vor der A 3 zweimal links auf breiten geschotterten Weg durch Ruhraue. Unter Autobahn, Eisenbahn und B 8 hinweg, dann rechts auf alte Emmericher Straße. Links ab über Schotterweg zum Rhein-Herne-Kanal. Der Rhein-Herne-Kanal wurde 1906–14 erbaut und verbindet auf 45 km den Rhein mit dem Dortmund-Ems-Kanal. Von dort geht es weiter über den Mittellandkanal zur Elbe. Der Kanal gehört damit zu den wichtigsten Ost-West-Verbindungen im Schiffsverkehr. Pro Jahr passieren rund 25 000 Schiffe mit 15 Mio. Tonnen Fracht die beiden Duisburger Schleusen. Die Schautafeln am Kanalufer zeigen, dass der Kanal sogar ein beliebtes Freibad war; scherzhaft wird er auch »Kumpel-Reviera« genannt. Bevor es zum Rhein geht, lockt ein Abstecher zum Landschaftspark DU-Nord.Abstecher zum Landschaftspark Duisburg-Nord: Am Kanal rechts über geschotterten Uferweg. Nach knapp 3 km links über »Ruhrorter Straßenbrücke, Nr. 311«. Geradeaus über Radweg an Essen-Steeler-Straße bis Neumühlerstraße. Dort links und rechts in Emscherstraße. Hinter Radweg »Grüner Pfad« links zum Besucherzentrum Hauptschalthaus. Rückweg zum RTRW wie Hinweg.Der Landschaftspark Duisburg-Nord ist ein Highlight für Liebhaber der Industriekultur. Auf dem Gelände des 1985 stillgelegten Thyssen-Hüttenwerks entstand ab 1989 im Rahmen der Internationalen Bau-Ausstellung (IBA) Emscherpark ein vielseitiger Freizeitpark. Zu den Attraktionen zählen der Hochofen 5 mit Aussichtsplattform, der zum Tauchparadies umfunktionierte Gasometer sowie der Klettergarten. Rad- und Fußwege durchziehen das imposante Fabrikgelände und vermitteln ein Gefühl für die Ausmaße des früheren Thyssen-Werks. Ein Jugendhotel und das Restaurant im Hauptschalthaus (s. Kasten »Tour kompakt«) sowie ein Besucherzentrum versorgen die Gäste. Besonderes Highlight ist die spektakuläre Lichtinstallation, die freitag- bis sonntagabends die Industriekulisse in ein surreales Licht taucht (Emscherweg 71, Tel. 0203/429 19 42, www.landschaftspark.de, Mo–Do 10–16 Uhr, Fr 10–16, 18–21 Uhr, Sa/So 10–21 Uhr). Links über Radweg am Rhein-Herne-Kanal und am Vorhafen für Schleuse Meiderich vorbei. Über gelbe Brücke am Sperrwerk und unter A 59 hinweg zur Schleuse.Schon von Weitem fällt das massive Tor der 1980 erweiterten Schleuse Meiderich auf. Die 190 m lange und 12 m breite Schleuse wird jährlich von ca. 16 000 Schiffen passiert. Die benachbarte Schleuse Duisburg fertigt weitere 9000 Schiffe ab. Eine Besonderheit ist, dass bei starkem Rhein-Hochwasser der Rheinpegel über dem des Kanals liegen kann. Dann werden die Schiffe in den Kanal hinuntergeschleust! Hinter der Schleuse beginnt der Duisburger Binnenhafen .Ab Schleuse auf geteertem Radweg über Hafeninsel Pontwert. Rechts liegen im Hafen die Schrott- und die Kohleninsel. Neben Straße über Deich. Links über Schleusenanlage Duisburg und Ruhrwehr Duisburg bis Ruhrdeich. Links Abzweig zum Innenhafen und Hauptbahnhof (s. Etappe 12, S. 155 f). Das 1956 fertiggestellte Ruhrwehr garantiert einen stabilen Wasserstand für die Ruhr. Das war nötig geworden, weil die Ruhr bis Mülheim als Bundeswasserstraße gilt und deshalb wie ein Kanal ausgebaut ist. Hinter der benachbarten Schleuse Duisburg können Schiffer auch links in den Rhein-Herne-Kanal abbiegen. Die Schleuse dient quasi als zweite Kammer für die Schleuse Meiderich. Unterhalb von Wehr und Schleuse fließt die Ruhr auf ihren letzten Kilometern auf Höhe des Rheinpegels.Rechts über Radweg am Ruhrdeich bis Kreisverkehr. Rechts Abzweig über Karl-Lehr-Brücke nach Ruhrort (s. Etappe 12, S. 152). Geradeaus über Deich-Radweg (Am Bört) 1,9 km bis Ruhrmündung. Unvermittelt endet der Ruhrdeich und die Ruhr mündet in den Rhein. Mitten in der Flussaue Moerser Grinden markiert eine 25 m hohe orangefarbene »glühende Stahlbramme« die Mündung: Die Skulptur »Rheinorange« wurde 1992 von dem Bildhauer Lutz Fritsch realisiert und ist für die Rheinschiffer seither zu einem weithin sichtbaren Wahrzeichen geworden. Wir befinden uns an dieser Stelle bei 17 m über NN.Gleich hinter der Skulptur ist die Hinweistafel für Stromkilometer 780 des Rheins angebracht. Zu jeder Tages- und Nachtzeit herrscht reger Verkehr auf Deutschlands größter Wasserstraße und es macht Spaß, den vielen Schiffen zuzuschauen. Auf der anderen Rheinseite erstreckt sich der Duisburger Stadtteil Homberg und rechts überspannt die Friedrich-Ebert-Brücke den Rhein.Die folgende Etappe führt nicht direkt zum Hauptbahnhof, sondern zunächst nach Ruhrort und in den Innenhafen, wo Duisburg sein maritimes Erbe auf attraktive Weise zeigt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour26 km
Höhenunterschied180 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktMülheim an der Ruhr
TourencharakterNun geht es endlich zur Ruhrmündung bei Duisburg! An der markanten Skulptur Rheinorange ist der Rhein erreicht. Zuvor geht es am spannenden Aquarius Wassermuseum und dem weitläufigen Duisburger Binnenhafen vorbei, während ein längerer Abstecher zum Landschaftspark Duisburg-Nord führt.
Beste Jahreszeit
MarkierungenRuhrtalRadweg
VerkehrsanbindungBahn: Regelmäßige Verbindungen aus vielen Städten mit Nahverkehr nach Mülheim an der Ruhr. Auto: Von der A 40 Abfahrt Mülheim-Styrum zum MüGa-Park; dort Parkplätze. Rückfahrt Ab Duisburg Hbf. sehr regelmäßige Verbindungen (s. Etappe 12, S. 151).
GastronomieMülheim-Styrum: Schloss Styrum, Moritzstr. 102, Tel. 0208/740 25 71 (nette Trattoria mit leckerer italienischer Küche in ehemaliger Thyssen-Villa unterhalb des Aquarius, sehr schöner Biergarten). Duisburg-Meiderich: Hauptschalthaus, Emscherstr. 71, Tel. 0203/41 79 91 80 (Bistro-Restaurant im Besucherzentrum des Landschaftsparks DU-Nord). Duisburg: s. Etappe 12, S. 151; am RuhrtalRad-weg in Duisburg bis zum Rhein keine Gastronomie.
Tipps
Gasometer Oberhausen: Wer vom Landschaftspark Duisburg-Nord noch weiter ins Ruhrgebiet vordringen will, dem sei ein Abstecher zum Gasometer Oberhausen empfohlen, einem weithin sichtbaren Aushängeschild der Industriekultur im Ruhrgebiet. Vom Landschaftspark führt eine 8 km lange ausgeschilder-te Route über den »Grünen Pfad« (Route der Industriekultur per Rad) zum 117 m hohen Gasometer, der direkt am Rhein-Herne-Kanal liegt. Von oben bietet sich in schwindelerregender Höhe ein atemberaubender Rundblick über das westliche Ruhrgebiet. Im 1929 errichteten Gasometer werden spektakuläre Ausstellungen gezeigt. 2006 wurde das Denkmal zum Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur ernannt (Am Grafenbusch 90, Oberhausen, Tel. 0208/850 37 30, www.gasometer.de, Di–So 10–18 Uhr). Ganz in der Nähe des Gasometers liegt Schloss Oberhausen, das zu Beginn des 19. Jh. für die Grafen Westerholt-Gysenberg errichtet wurde. Die dreiflügelige Anlage am herrlichen Kaisergarten beherbergt seit 1998 die renommierte Ludwig-Galerie, ein Besucherzentrum zu den Industriekultur-Landmarken und in der Gedenkhalle eine Dauerausstellung zur NS-Zeit. Es finden zudem regelmäßig interessante Sonderausstellungen statt. Ein Restaurant mit Biergarten sorgt für die kulinarischen Bedürfnisse (Konrad-Adenauer-Allee 46, Tel. 0208/825 38 11, www. ludwiggalerie.de, Di–So 11–18 Uhr). Weit über die Stadt hinaus bekannt ist auch das CentrO. Oberhausen in der Neuen Mitte, das ebenfalls am Gasometer liegt. Shops, Freizeitangebote, Metronom Theater, SEA LIFE, Restaurants – wer in der Neuen Mitte absteigt, kommt so schnell nicht wieder aufs Rad zurück.
Verleih
Duisburg-Meiderich: Tour de Ruhr, Emscherstr. 71, Tel. 0203/429 19 19, www.tour-de-ruhr.de (Verleih und Führungen). Duisburg: s. Etappe 12, S. 151.
Informationen
Die Duisburg-Ruhrorter Häfen: Duisburg ist die Heimat des weltweit größten Binnenhafens. Schon die schieren Zahlen beeindrucken: Zum »Duisport« gehören heute 1350 ha Gelände mit 21 Hafenbecken, 180 ha Wasserfläche und 40 km Uferlänge. Rund 20 000 Schiffe legen pro Jahr an, darunter auch viele seegängige Schiffe. Rund 50 Mio. Tonnen Frachtgut wurden 2006 von den Schiffen im Hafen umgeschlagen, insgesamt betrug der Güterumschlag rund 100 Mio. Tonnen. Dabei sind vor allem die vier Container-Terminals von großer Bedeutung und natürlich der Freihafen.Angefangen hatte alles ganz bescheiden, als 1716 im damals noch selbstständigen Ruhrort der erste Hafen gebaut wurde. Damals diente der Hafen der Börtschifffahrt auf dem Rhein (s. a. Etappe 12, S. 152). Im 18. Jh. wurde der Hafen dann für den Kohleumschlag bedeutend und die Ruhrschifffahrt begann aufzublühen. Schon 1766 hatte Preußen den Hafen verstaatlicht, um an dem lukrativen Geschäft besser verdienen zu können. Als die Ruhrschifffahrt 1890 oberhalb von Mülheim eingestellt wurde, hatte dies auf die Duisburg-Ruhrorter Häfen nur indirekt Auswirkung, weil mittlerweile die Bahn die Kohle aus dem Ruhrgebiet direkt an die Kaianlagen lieferte. 1901 dokumentierte der Bau der Ruhrorter Schifferbörse (s. Etappe 12, S. 152) die Bedeutung des Hafenhandels. Vier Jahre später wurden Duisburg und Ruhrort zu einer Stadt zusammengeschlossen.Nach dem Zweiten Weltkrieg erfasste der Strukturwandel auch den Duisburger Hafen. Öl ersetzte Kohle und Container Stückgut. Bundesweit berühmt wurden die Häfen in den 1980er-Jahren durch die legendären Schimanski-Tatorte, auch wenn diese oft ein düsteres Bild zeichneten. In der Realität des beginnenden 21. Jh. findet jedoch ein ständiger Modernisierungsprozess im Hafen statt, um die Grundlage für weiter wachsende Warenumschläge zu legen (www.duisport.de).
Unterkunft
Oberhausen: Hotel zum Rathaus, Freiherr-vom-Stein-Str. 41, Tel. 0208/85 83 70, www.hotel-zum-rathaus.com (im Zentrum von Oberhausen, radfreundliches Haus). Duisburg-Meiderich: Jugendherberge, Lösorter Str. 133, Tel. 0203/41 79 00, www.duisburg-meiderich.jugendherberge.de (Jugendhotel auf dem Gelände des Landschaftsparks DU-Nord). Duisburg: s. Etappe 12, S. 151.
Tourismusbüro
Oberhausen: Willy-Brandt-Platz 2, 46045 Oberhausen, Tel. 0208/82 45 70, tourist-info@oberhausen.de, www.oberhausen-tourismus.de. Duisburg: Landfermannstr. 6, 47051 Duisburg, Tel. 0203/305250, service@duisburg-marketing.de, www.duisburg-marketing.de, www.duisburgnonstop.de

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