Radtour im Steigerwald

Besuch auf Schloss Pommersfelden

Ein prunkvolles Barockschloss und landschaftlich reizvolle Flusstäler sind Schauplätze der heutigen Radtour. Nach Pommersfelden geht es an der Reichen Ebrach auf einem fahrradfreundlichen Sträßchen, zurück zur Abwechslung durch das Aischtal über Hallerndorf. (Autor: Armin Scheider)
7 km
250 m
2.00 h

Hinfahrt an der Reichen Ebrach

Wir radeln vom Zentrum in Hirschaid auf der Luitpoldstraße zur Kanalbrücke und auf dem Radweg über den Kanal. Nach weiteren 200 m kommt man links durch eine Unterführung und in einem Linksbogen hoch auf den Radweg der Staatsstraße 2260, der auf der linken Seite nach Westen hinausführt. Die Rad- und Hinweisschilder, soweit vorhanden, lauten auf Pommersfelden.

Ungefähr bei Kilometer 2 geht es rechts unter der Staatsstraße hindurch nach Köttmannsdorf und weiter durch den Ort den Schildern nach zur Kirche in Erlach. Hier beginnt das schöne asphaltierte Radsträßchen, das uns an der Reichen Ebrach entlang über Röbersdorf (Hotel-Gasthof Wurm, Biergarten, Mo Ruhetag), Schlüsselau, Ellersdorf und Wind nach Pommersfelden leitet.

Die Wegmarkierung ist vorbildlich und der Kurs nicht zu verfehlen. Landschaftlich zeigt sich ein breit ausladendes flaches Tal mit Wiesen und Feldern, das durchschnitten ist von schmalen Auenwaldstreifen beiderseits der Reichen Ebrach und seine Farbtupfer von den verstreuten Dörfern erhält. Nach 16 geradelten Kilometern stehen wir am Eingang des Pommersfelder Schlosses.

Schloss Weißenstein in Pommersfelden

Erbaut wurde das Schloss 1711–1718 für Lothar Franz von Schönborn. Es gilt heute als Prachtexemplar fränkischen Barocks. Um einen Ehrenhof gruppieren sich der markante Hauptbau mit drei Flügeln, dessen zentraler einen repräsentativ vorspringenden Mittelbau aufweist, und gegenüber der Marstall in Hufeisenform. An den Seiten des Hauptkomplexes schließen sich Nebengebäude an (Orangerie, Fasanerie, Gasthof, Brauerei), auf der Nordseite breitet sich der Schlossgarten im Stil eines englischen Parks aus.

Das Schloss kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden (April–Okt. täglich 10–17 Uhr jeweils zur vollen Stunde). Glanzpunkte im Innern sind u. a. das Treppenhaus, eine zweiläufige Prachtstiege mit reizvollen Durchblicken und riesigem Deckenfresko darüber, des Weiteren der Marmorsaal, ein mit Wandsäulen, Stuck und Fresken geschmückter Festsaal, außerdem die Privaträume des Kurfürsten mit prunkvollen Möbeln und das Spiegelkabinett mit kostbarer Täfelung und eingelegtem Fußboden. Besondere Achtung verdienen auch die Sala Terrena, ein unter dem Marmorsaal liegender und als Grotte gestalteter Gartensaal, sowie die große Gemäldesammlung des Schlosses im Ostflügel. Erwähnenswert sind schließlich noch die Konzerte des Collegium Musicum, die alljährlich im Juli und August im Schloss stattfinden und von jungen Musikern aus aller Welt bestritten werden.
Die Schlossführung dauert eine Stunde, danach kann man sich auf der Sommerterrasse der Schlossgaststätte für die Rückfahrt stärken.

Zurück durch den Aischgrund

An der Süd- und Ostmauer des Schlosses entlang verlassen wir über die Straße Am Steinbruch Pommersfelden wieder und radeln auf bekannter Strecke nach Osten hinaus. Auf Höhe des Weilers Wind kann man wählen: Entweder fährt man auf dem bereits vom Herweg bekannten Sträßchen nach Hirschaid zurück oder man steuert das Aischtal an und tritt von dort die Heimreise an. Entscheidet man sich für die Aischroute, geht es in Wind bei Kilometer 20 rechts ab und in aussichtsreichem Bauernland über Schweinbach bis Zentbechhofen.

Bei meist schwachem Verkehr setzt man dort die Fahrt in Richtung Greuth fort und gelangt schließlich nach Stiebarlimbach. Knapp einen Kilometer weiter und ein paar Hundert Meter vor der Aisch zweigt direkt am Ende eines Waldstücks links ein Sträßchen ab und führt nach rund zwei Kilometern in die Ortschaft Hallerndorf. Man durchquert sie geradlinig, passiert bei stellenweise schönen Ausblicken auf die Aischauen noch Trailsdorf (Km 34) und biegt dann in Seußling rechts ab in Richtung Regnitzbrücke und Aischtalradweg.

Nach Querung der Regnitz mündet diese Route in den Dammweg am Westufer des Main-Donau-Kanals ein, auf dem man mit Genuss und weiten Ausblicken an die Kanalbrücke von Hirschaid und über sie in das Dorf zurückgelangt.

Information: Hirschaid, Tel.: 09543/44 34 50; www.hirschaid.de

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied250 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
TourencharakterRadtour ab Hirschaid entlang der Reichen Ebrach nach Pommersfelden und zurück.
Beste Jahreszeit
KartentippReisekarte Franken: ADAC-Autokarte Bayern Nord, 1:200 000.Radtour Pommersfelden: Topografische Karte UK C 2 Nürnberg und Umgebung, 1:100 000.
VerkehrsanbindungMit dem Auto ab München A 9/A 3/A 73; ab Augsburg B 2/A 73. Mit der Bahn regelmäßige Verbindungen von München und Augsburg nach Hirschaid; mit Radtransport längere Fahrzeiten.

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