Bentlage, Gravenhorst und Surenburg

Gut beschilderte, leichte Rundfahrt durch Wald- und Wiesenfluren. (Autor: Bernhard Pollmann)
49 km
100 m
4.00 h
Aus dem Bahnhof Rheine tretend, fahren wir geradeaus in die Rad- und Fußgängerzone und lenken am Borneplatz links zum Marktplatz mit der spätgotischen katholischen Pfarrkirche Sankt Dionysius (15./16. Jh.), einer der Urpfarreien des Münsterlands. Von der Kirche fahren wir den Hügel rechts hinab, wo die Schlösserroute vor der Emsbrücke (Dionysbrücke) links auf der Promenade stromabwärts führt – eine eindrucksvolle Allee führt direkt zu Schloss Bentlage. Das von alten Alleen und ausgedehnten Laubwäldern umgebene Schloss Bentlage ist das besterhaltene gotische Konventsgebäude eines ländlichen Klosters in Westfalen. Das 1437 gegründete Kreuzherrenkloster diente nach der Aufhebung 1803 vorübergehend als Residenz (bis 1806) des Herzogs von Looz-Corswarem in der Funktion als Fürst von Rheina-Wolbeck, und dieser ließ die Klosterkirche und den Südflügel abbrechen. Die unter Wahrung aller Bauspuren von Gotik über Barock bis zum Klassizismus restaurierten Gebäude fungieren heute als kulturelle Begegnungsstätte und beherbergen das Klostermuseum (in der Kapelle) mit bedeutenden spätgotischen Skulpturen sowie den Sitz und die Bibliothek der Europäischen Märchengesellschaft und ein Café.
Von dieser schön gelegenen

kulturellen Begegnungsstätte fahren wir auf derselben Allee kurz zurück bis zur Verzweigung vor der Eisenbahnunterführung und biegen links hinauf ab. Auf der Eisenbahnbrücke überqueren wir die Ems und folgen einem Waldweg, bis die Route rechts über die Gleise wechselt und auf die Kreisstraße trifft: Hier kurz links auf dem Radweg, nächste rechts (Sandkampstraße), hinter der Brücke links (Baarentelgenstraße, übergehend in Offenbergweg) und einige Minuten durch ein neues Industriegebiet (auf den Karten noch nicht eingezeichnet), ehe an der Stadtgrenze von Rheine das Grünland beginnt. Nach Überqueren des Dortmund-Ems-Kanals geradeaus auf der Stoltenstraße, die nach der Rechtskurve am Ende in die Knüwenstraße übergeht, nach Hörstel-Dreierwalde führt und dort bei der im Ursprung spätgotischen Annenkirche auf die Hauptstraße mündet. Hier rechts (Radweg), am Ende geradeaus (Weikamp) und hinaus in Feldflur und Wälder, Colonstraße links, am Ende Kaldeweyweg links, übergehend in Zur Haar, dann rechts Postmeierweg, am Ende links Hagenortstraße, dann rechts Schleitmersch.
Variante: In Dreierwalde zweigt der Nordstrang der 100-Schlösser-Route nach Hopsten ab; Beschreibung siehe Tour 20. Die Stadt Hörstel bleibt rechts liegen, während die Schlösserroute der autofreien Promenade längs der Hörsteler Aa flussaufwärts folgt und dann links auf den Feldweg neben den Bahngleisen wechselt. Wenn die Hüttenstraße kreuzt, folgen wir ihr rechts, überqueren am Ende auf der Gravenhorster Straße den Mittellandkanal und gelangen zum ehemaligen Kloster Gravenhorst. Das 1256 in den Wäldern des auslaufenden Osning gegründete Zisterzienserinnenkloster Gravenhorst zählt zu den besterhaltenen Klosteranlagen im Münsterland. Die Gebäude, darunter die frühgotische Rektoratskirche Sankt Bernhard, sind weitgehend wie bei der Aufhebung des Klosters im Jahr 1808 erhalten; derzeit werden sie saniert (bereits geschehen beim Back- und Brauhaus), um den Rahmen für ein Mitspielmuseum zu bilden. An der Kirchhofsmauer finden sich mehrere auch kostümgeschichtlich interessante Grabsteine des 16.-18. Jh. Einen Blick wert ist auch der wenige hundert Meter nördlich des Klosters gelegene Friedhof mit einem Fünfwundenkreuz von 1763. Am Kloster Gravenhorst biegen wir in die Klosterstraße ein, die in einen Feldweg übergeht, am Ende links auf den Asphaltweg und gleich rechts unter der Autobahnunterführung hindurch. Der Weg verwandelt sich in einen landschaftlich wunderbaren, zum Kamm des Osning ansteigenden Wiesen-, dann Waldweg. Oben (Sitzbank) bietet sich eine ausgezeichnete Sicht Richtung Rheine, dann beginnt am ersten Asphaltweg (Mittelbergweg) eine Schussfahrt (Vorsicht!), die unten an der Sankt-Bernhard-Straße endet: Hier kurz links, sofort rechts auf der Brücke über den Mittellandkanal, dahinter links auf die schmale Huckbergstraße und in der Rechtskurve auf das Pättke, das zum Ausflugsrestaurant am Nassen Dreieck führt. Zwischen dem Huckberg und Bevergern verläuft der Dortmund-Ems-Kanal, in den hier der Mittellandkanal einmündet. Das Nasse Dreieck mit seinen Schleusenwerken ist eine viel besuchte Attraktion; hier gibt es auch eine Ausflugsdampfer-Anlegestelle.
Gleich darauf wendet sich die Schlösserroute an der schmiedeeisernen Brücke links und wechselt unter der Brücke rechts auf die Promenade zwischen den beiden Schleusenarmen des Dortmund-Ems-Kanals. Am Ende kurz auf der Westhafenstraße links und hinter dem Gasthaus halb rechts auf die autofreie Allee. Am Ende links zur Langen Straße, dieser kurz rechts folgen und links hinein in die Burgstraße, vorbei am Marktplatz von Bevergern. Die alte tecklenburgische Grenzstadt Bevergern liegt südlich des Huckbergs, des letzten Osning-Ausläufers vor dem Tiefland; sie verfügt über einen sehenswerten Ortskern mit Fachwerkgiebelhäusern des 17./18. Jh. In einer malerischen Fachwerkbaugruppe von 1742 ist das Heimatmuseum untergebracht. Nach Überqueren der Bevergerner Aa wechseln wir links auf die Promenade, bis die Schlösserroute rechts auf den Sendwall wechselt und den Wäldern von Haus Surenburg zustrebt. Die 1474 erstmals erwähnte Renaissance-Wasserburg liegt inmitten ausgedehnter Buchenhochwälder. Seit mehr als 200 Jahren befindet sie sich im Besitz der Freiherrn Heeremann von Zuydtwyck. Nach Passieren der Wasserburg wechselt die Schlösserroute vor dem Restaurant der Reitanlage rechts auf einen Waldweg, der schnurgerade Richtung Rheine zurückführt. Achtung: In freier Wiesenflur schwingt die Schlösserroute unvermittelt links und zweigt gleich halb rechts auf den schönen Waldweg Zum Fichtenvenn ab. Bald nach Passieren des schmalen Fichtenvennteichs (Sitzbank) geht es links auf der Sandhövelstraße zurück nach Rheine, am Ende rechts auf den Radweg neben der Bundesstraße, bis links die ruhige Straße Timmermannufer abzweigt und zur Ems führt. An der bekannten Dionysbrücke überqueren wir den Fluss und sind zurück in der Altstadt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour49 km
Höhenunterschied100 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBahnhof Rheine.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterMit Bentlage und Gravenhorst berührt die 100-Schlösser-Route auf dieser Wald- und Wiesenrundfahrt zwei der bedeutendsten Schloss- bzw. Klosteranlagen des Münsterlands, das dritte Schloss, Haus Surenburg, ist weiterhin als solches in Gebrauch. Technische Sehenswürdigkeit ist das Nasse Dreieck, die Mündung des Mittellandkanals in den Dortmund-Ems-Kanal; Bevergern erfreut ebenso wie Rheine mit einem sehenswerten historischen Ortskern.
Beste Jahreszeit
KartentippRadwanderkarte 1:50000 Radelpark Münsterland, Blatt Kreis Steinfurt.
MarkierungenSchloss, Richtungspfeile und namentliche Ausschilderung.
VerkehrsanbindungA 30 Osnabrück – Rheine; Bahnlinie Münster – Rheine – Emsland.
GastronomieRheine, Bentlage, Dreierwalde, Hörstel, Gravenhorst, Nasses Dreieck, Bevergern, Surenburg, Rheine.
Informationen
Das wunderschön gelegene ehemalige Kloster und Schloss Bentlage ist unter anderem Sitz der Europäischen Märchengesellschaft und beherbergt die Bibliothek dieser Vereinigung, die sich der Aufgabe widmet, die Volksmärchen zu bewahren und neu ins Bewusstsein zu heben. Das Museum im Ostflügel dokumentiert Aspekte der Kunst- und Kulturgeschichte Westfalens vom Mittelalter bis heute. Im Erdgeschoss werden Kunstwerke und Dokumente aus dem ehemaligen Kreuzherrenkloster und späteren Schloss gezeigt. Zu den Glanzstücken zählen prächtige spätmittelalterliche Reliquienschreine.
Tourismusbüro
Verkehrsverein Rheine, Bahnhofstraße 14, 48431 Rheine, Tel. 05971/54055, Fax 05971/52988, Internet www.rheine.de. Touristikinformation Hörstel, Kalixtusstraße 6, 48477 Hörstel-Riesenbeck, Tel. 05454/911112, Fax 05454/911102, Internet www.hoerstel.de.
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