Auf der Insel Hiddensee

Landschaftlich außergewöhnliche Tour auf der ausgebauten Inselhauptstraße. Teils anstrengende Sandwege auf den Abstechern Richtung Gellen, Dornbusch und Bessin. (Autor: Michael Graf)
7 km
10 m
1.00 h
Übersetzen auf Hiddensee: Von Schaprode nach Neuendorf auf Hiddensee übersetzen. Hier vom Hafen geradeaus bis zum Verteiler. In Neuendorf stehen die Häuser auf niedrigen Bodenwellen, sogenannten Bargen, und sind in Ost-West-Richtung erbaut, d.h. der Wohnbereich liegt Richtung Süden. Um 1700 wurde der Ort neu gegründet, daher der Name. Zwei Abstecher: zum Leuchtturm Gellen und zum Strand: Dieser Abstecher führt in den Süden auf den naturbelassenen Gellen. Am Verteiler in Neuendorf links. An den Häusern von Neuendorf vorbei zum Weg entlang der Westküste hinter der Düne. Auf einem breiten Sandweg geht es durch den mit Kiefern bestandenen Küstenwald bis zum Leuchtturm Gellen. Der 1905 erbaute Leuchtturm Gellen ist nur zwölf Meter hoch, liegt aber sehr pittoresk an der Westküste Hiddensees und ist ein beliebtes Ausflugsziel, auch wegen des herrlichen Sandstrands. Beim Leuchtturm Gellen auf dem kleinen Weg halb links weiter, dann den rechtsseitig verlaufenden Weg nehmen. Dieser verläuft sehr schön auf teils torfigem Grund durch die Heide mit Erikakraut bis zum Anfang der Kernzone I (Betretungsverbot). An der Küste befindet sich ein wunderbarer Strand mit sehr feinem weißem Sand (Bademöglichkeit). Zurück nimmt man jetzt den äußeren, östlichen Weg, der sehr naturnah an Birken, Magerrasen, Kiefern, Erika und Schilf außerhalb des Damms entlangführt, dann über den Damm zur Kieferbepflanzung beim Leuchtturm Gellen. Der Gellen ist eine junge Landbildung. Vor 700 Jahren befand sich die Südspitze Hiddensees in etwa dort, wo heute die Kernzone I des Nationalparks verläuft. Der Gellen bildet sich durch Anlagerung des Abbruchs der Dornbuschküste. Das jährliche Wachstum beträgt um die drei Meter. Auf dem Gellen finden sich Weißdünen, Braundünen, Senken und Tümpel sowie Primärdünen. Er ist ein wichtiges Vogelbrutgebiet. Von Neuendorf nach Vitte: Am Verteiler in Neuendorf radelt man rechts und fährt sehr idyllisch auf der breiten, gut befahrbaren Pflasterstraße zwischen Wiesen, Schilf und erikabestandenem Wald hindurch Richtung Vitte und erreicht vor dem Ort den Landesschutzteich. Hier kann man entweder links den ausgeschilderten Dünenwiesenweg (s. Kasten Variante) nehmen oder geradeaus durch das belebte Vitte nach Kloster fahren, was wegen der vielen Touristen weniger empfehlenswert ist. Wir fahren rechts auf den Deichweg, der sehr schön entlang des Boddens zum Hafen von Vitte führt. Vitte ist der Verwaltungsort und das touristische Einkaufszentrum der Insel, in dem es außer der Blauen Scheune, einem 200 Jahre alten Haus und Malerdomizil, vor allem nicht stilgerechte Häuser gibt. Von Vitte nach Kloster: Vom Hafen in Vitte auf dem Boddenweg nach Kloster. Am Hafen erst rechts, dann gleich wieder links hoch zum Verteiler. Sehenswert sind die alte Kirche von Kloster und der Friedhof, auf dem neben Gerhart Hauptmann auch andere Künstler begraben liegen. Das ehemalige Wohnhaus des Schriftstellers ist heute Gerhart-Hauptmann-Gedenkstätte und noch weitgehend original eingerichtet. Öffnungszeiten: tägl. 10–17 Uhr. Dreimögliche Abstecher Zum Weststrand: Am Verteiler entweder links zur Kirche und zum Gerhart-Hauptmann-Museum und weiter bis zum Weststrand. Zum Leuchtturm: Am Verteiler geradeaus bis zum Ponyhof fahren, dort am besten das Fahrrad abstellen und nach oben laufen. Nach Grieben: Vom Verteiler oberhalb des Hafens von Kloster rechts Richtung Grieben. Auf der gut gepflasterten Straße mit schönen Blicken auf den rechts liegenden Bodden und den auf der linken Seite stehenden Leuchtturm Dornbusch bis Grieben. Dort kann man sich in einem schönen Biergarten stärken. Bessin ist die Anlandungszone des Abtrags der Steilküste von Dornbusch. Sie besteht aus zwei lang gestreckten, flachen Halbinseln: dem 300–400 Jahre alten Altbessin und dem jüngeren, seit 100 Jahren bestehenden Neubessin. Die jährliche Anlandung beträgt ca. 60 Meter! Es ist ein wichtiges Brutgebiet bedrohter Küstenvögel, u.a. des Säbelschnäblers, des Sandregenpfeifers und des Austernfischers, und ein wichtiger Nahrungs- und Nistplatz für Wattvögel. Neubessin ist für Besucher gesperrt, auf dem Altbessin kann man bis zum Utkiek laufen.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied10 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktNeuendorf, Hafen
EndpunktKloster, Hafen
TourencharakterDie lang gestreckte, autofreie Insel Hiddensee, eines der beliebtesten Ausflugsziele der Ostsee, durchqueren wir in Süd- Nord-Richtung auf der einzigen Verbindungsstraße der Insel. Die feinen Sandstrände des Westufers bieten eine wunderbare Bademöglichkeit. Abstecher zum Gellen, zum Dornbusch und auf Bessin ermöglichen ein besonderes Naturerlebnis.
Hinweise
Auf Hiddensee gibt es zahlreiche Fahrradverleihe, es lohnt also nicht, das eigene Fahrrad gegen Gebühr mitzubringen. Je nach Windverhältnissen kann es möglich sein, dass man von Hiddensee mit dem Schiff nicht mehr zurückkommt!
KartentippWander- und Radwanderkarte, Rügen mit Hiddensee, 1:75000, Nordland Verlag
MarkierungenSehr gute Radbeschilderung (man kann sich aber auf der Insel kaum verfahren!)
VerkehrsanbindungAnreise: Nur mit dem Schiff möglich. Die kürzeste Verbindung ist von Schaprode aus. Rückfahrt: Mit dem Schiff
GastronomieZahlreiche Restaurants in Neuendorf, Vitte und Kloster. Grieben: stimmungsvoller Biergarten; Gaststätte unterhalb des Leuchtturms Dornbusch.
Tipps
Aussichtsreiche Wanderung: Vom Informationszentrum in Kloster kann man entlang der malerischen Steilküste bis unterhalb des Leuchtturms wandern. Dort gibt es einen Treppenaufstieg. Variante 1: Auf dem Dünenwiesenweg entlang der Westküste, an Vitte vorbei zum Informationszentrum von Kloster, dort rechts, am Gerhart-Hauptmann-Museum und der Kirche vorbei bis zum Verteiler oberhalb des Hafens von Kloster (3,5 km). Variante 2: Vögel- und Naturbegeisterte können noch weiter bis Bessin fahren (4km hin und zurück), erst auf Betonplatten-, dann auf Sandweg bis zum Radparkplatz bei der Informationstafel. Von dort muss man laufen.
Verleih
U.a. an den Häfen in Neuendorf, Vitte und Kloster
Informationen
Natur und Kultur: Auf Hiddensee liegen Natur und Kultur eng beisammen. Zwei Gebiete der Insel zählen zur Kernzone des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft: im Süden der Gellen mit der kleinen Insel Gänsewerder und im Norden die natürlich belassenen Anlandungsgebiete des Bessin, der jedes Jahr bis zu 60 m wächst. Die höchste Erhebung ist mit 73 m der Bakenberg, auf dem an der beeindruckenden Steilküste der schöne Leuchtturm Dornbusch steht. Bekannt wurde Hiddensee auch als Sommerresidenz zahlreicher Künstler und Maler seit den 20er-Jahren des 20. Jh. Zu den bekanntesten Bewohnern zählte der Schriftsteller Gerhart Hauptmann, dessen Haus in Kloster heute Gerhart-Hauptmann-Gedenkstätte ist und der auch auf dem Friedhof begraben ist. Öffnungszeiten: Gerhart- Hauptmann-Gedenkstätte, Heimatmuseum, Leuchtturm: tägl. 10–17 Uhr, Leuchtturm auch Fr 19–21 Uhr.
Unterkunft
Zahlreiche Pensionen, Ferienwohnungen und Hotels auf der gesamten Insel (in der Hauptsaison sehr überfüllt)
Tourismusbüro
Vitte-Hiddensee: Kurverwaltung, Norderende 162, Tel. 038300/642-26/7/8, Fax 038300/64225, www.hiddensee.de
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