Auf dem Maintal-Radweg

Auf dem Maintal-Radweg entlang (Autor: Armin Scheider)
37 km
280 m
2.00 h
Ein Blick auf Kitzingen. Schon 745 wird eine Reichsabtei gegründet, von der Siedlung ist erstmals 1040 die Rede. Sie gehört fortan diversen Besitzern, am längsten dem Hochstift Würzburg (fast drei Jahr-hunderte) und den Markgrafen von Brandenburg-Ansbach (fast zwei Jahrhunderte). 1802 fällt Kitzingen an das Kurfürstentum Bayern.In den letzten Kriegstagen 1945 wird Kitzingen Ziel eines verheerenden amerikanischen Luftangriffs. Zahlreiche Wohnhäuser und historische Bauten werden zerstört. Kitzingen büßt sein mittelalterliches Flair ein. Gleichwohl: Die Stadt kann heute beachtliche Sehens-würdigkeiten vorweisen. Zum Beispiel die Pfarrkirche Johannes der Täufer (1460) mit Schmuckportalen außen sowie Wandgemälden (15./16. Jh.) und Reliefs (um 1400) aus dem Umfeld Riemen-schneiders innen. Oder das ansehnliche Ensemble an der Marktstraße mit dem dreigeschossigen Rathaus (1563) und dem wuchtigen Marktturm. Beeindruckend auch die Alte Mainbrücke, immerhin schon um 1300 erwähnt, sowie der schiefe Falterturm, einst Teil der alten Stadtmauer, in dem das Deutsche Fastnachtsmuseum (Sa/So/Fei 14–17 Uhr) untergebracht ist. Nicht zu vergessen die Hl. Kreuz-Kirche auf der anderen Mainseite, die Balthasar Neumann 1745 erbaut und bewusst schmucklos gehalten hat, um die geniale Raumarchitektur zur Wirkung zu bringen.n Information: Tel.: 09321/92 00 19; www.kitzingen.den Einkehr: Bayerischer Hof, Herrnstr. 2, Straßenterrasse.Radeln bis Ochsenfurt. Von der Alten Mainbrücke in Kitzingen fahren wir zuerst am Westufer des Mains bis zur Südbrücke, radeln hier rechts hinauf und biegen links in die Äußere Sulzfelder Straße ein (Radweg, Schilder Sulzfeld/Segnitz). Die nächsten acht Kilo-meter zeigt sich das Maintal ausladend mit Weinbergen auf den Westhängen, der Radweg läuft entlang der Straße und durch Mainauen zumeist ohne direkte Flussberührung. Man passiert Sulzfeld, wo die wehrhafte Silhouette zu einem kurzen Abstecher einlädt. Eindrucksvoll sind das altfränkische Straßenbild und das monumentale Rathaus von 1609.Wir erreichen Segnitz und dort die Mainbrücke, die wir überqueren, um drüben dem Städtchen Marktbreit einen Besuch abzustatten.Marktbreit besitzt seit 1557 Marktrecht, fiel 1806 an das Königreich Bayern und erhielt 1819 das Stadtrecht. Dank günstiger Verkehrslage und dem Handelstalent der Grafen von Schwarzenberg erlebte das Städtchen Blüte-zeiten, in denen eine Reihe historischer Bauten entstand. Besonderes Interesse verdienen die gotische Kirche St. Nikolaus mit ihren Grabmälern und das dreigeschossige Rathaus von 1579, das mit dem Maintor (1600) ein ansehnliches Ensemble bildet. Die getäfelte Ratsstube im Rathaus ist »eines der schönsten Beispiele altdeutscher Innenausstattung« (Georg Dehio). Beim Rundgang passiert man das ehemalige Seinsheimsche Schloss von 1580 sowie Fachwerk- und noble Steinbauten, romantisch zeigt sich der Malerwinkel in der Bachgasse. Dort befindet sich auch das Städtische Museum (Di–Fr 10–12, Sa/So/Fei 14–17 Uhr). Ein letzter Blick gilt dem Mainkranen, einem Überbleibsel aus der Zeit der Schwarzenbergs.n Einkehr: Marktbreit: Ringhotel Löwen, Marktstr. 8, Garten.Wir radeln nach Segnitz zurück, am Mainufer entlang bis zur Autobahnbrücke und dann nach einem Rechts-Links-Knick auf der Staatsstraße 2270 am Fuße des Kapellenbergs nach Frickenhausen. Die hiesigen Weine wurden bereits im 9. Jh. erwähnt und stehen wohl unter schützender himmlischer Hand, wie die kleine St. Valentinskapelle in den Weinbergen vermuten lässt. Noch mehr Reiz entwickelt das Ortsbild im Innern: zunächst die Baugruppe an der Hauptstraße mit der Pfarrkirche St. Gallus (u. a. Hochaltar, Figuren, Grabsteine), dem über 500 Jahre alten Rathaus mit Freitreppe und einem schmucken Patrizierhaus daneben. Eindrucksvolle Bauten finden sich auch in Seitengassen, am Babenbergplatz oder an den vier Toren des Mauerrings.n Einkehr: Frickenhausen: Ehrbar’s Fränkische Weinstube, Hauptstr. 17, Garten (Mo/Di Ruhetage).Wir schwingen uns wieder in den Fahrradsattel und radeln die zwei Kilometer bis zur großen Mainbrücke in Ochsenfurt und hinüber in die Stadt.Ochsenfurt wird 1291 erstmals als Stadt genannt und steht über 500 Jahre unter der Herrschaft der Würzburger Domherren. Nach bewegter Geschichte gelangt sie 1814 zum Königreich Bayern.Zwei Sehenswürdigkeiten ragen heraus: die Pfarrkirche St. Andreas und das Rathaus. St. Andreas stammt aus dem 14. Jh. und ist üppig ausgestattet: Neben dem figurenreichen Hochaltar sind vor allem die mittelalterlichen Stein- und Holzfiguren zu erwähnen, wobei der Hl. Nikolaus wohl von Tilman Riemenschneider selbst geschnitzt wurde. Auch in der Michaelskapelle daneben stehen sehenswerte Figuren.Effektvoll ist das Rathaus an der Hauptstraße postiert. 1513 fertig gestellt, besitzt es Treppengiebel, eine Freitreppe und ein Uhrtürmchen. Eine wahre Fachwerkparade flankiert die Hauptstraße, mittelalterliches Flair verströmt auch die Stadtmauer mit ihren Türmen.n Information: Ochsenfurt: Tel.: 09331/58 55; www.ochsenfurt.den Einkehr: Hotel Bären, Hauptstr. 74, Gartenterrasse; Hotel Zum Schmied, Hauptstr. 26, Biergarten.Von Ochsenfurt bis Würzburg. Wir fahren wieder über die große Brücke und drüben am Mainufer über Kleinochsenfurt auf dem Maintal-Radweg weiter. Die Route verläuft streckenweise direkt am Mainufer, liefert schöne Fluss- und Auenbilder und ermöglicht weite Ausblicke auf das Maintal und die Weinberge an den Osthängen. Nächste Station ist Sommerhausen, wo sich wieder ein Abstecher lohnt. Gut erhalten ist seine Mauer mit Türmen und Toren, repräsentativ das 1575 erbaute Schloss mit Fachwerk und Treppengiebel sowie das Renaissance-Rathaus von 1558. Der Ort ist über die Grenzen hinaus durch das Torturmtheater, das kleinste Theater Deutschlands, bekannt geworden, in dem heute noch regelmäßig Schauspiele aufgeführt werden.n Einkehr: Sommerhausen: Zum Goldenen Ochsen, Hauptstr. 24, Garten (Di/Mi Ruhetage).Zurück auf dem Maintal-Radweg, geht es am Ufer entlang weiter nach Eibelstadt. Auch hier empfiehlt sich ein Besuch in dem über 1 200 Jahre alten Winzerstädtchen. Es besitzt seit 1434 Stadtrecht und ist von einer intakten Stadtmauer aus dem 15./16. Jh. mit 14 Rundtürmen und drei Torbauten umgeben. Malerisch aber auch das Bauensemble rund um den Marktplatz: die Pfarrkirche St. Nikolaus mit reicher Ausstattung, darunter ein Taufstein von 1613, von dem Georg Dehio sagt, es sei »der weitaus vornehmste im ganzen Maingebiet«, sowie eine Kreuzigungsgruppe aus der Werkstatt Riemenschneiders. Des Weiteren das spätbarocke Rathaus von 1706, einst Amtshaus des Würzburger Domkapitels, und davor die Mariensäule mit der Madonna im Strahlenkranz (1660). Zwischen Kirche und Rathaus stehen das fachwerkgeschmückte ehemalige Mesnerhaus und gleich anschließend das einstige Stadtschreiberhaus. Weitere historische Bauten und Höfe sind im gesamten Altstadtgebiet verstreut.Nun lassen wir uns nicht mehr aufhalten und radeln am Main entlang über Randersacker in einem Zuge nach Würzburg (Ortsplan und kurze Beschreibung der Stadt siehe Ausflug Nr. 1).

weinradeln

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour37 km
Höhenunterschied280 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
TourencharakterFreuen wir uns auf eine genussvolle Radtour: Wenig Verkehr, kaum Steigungen, komfortable Radwege. Und das bei moderater Streckenlänge. Dazu eine Reihe malerischer Mainstädtchen, von wehrhaften Mauern mit Türmen und Toren umgeben, im Innern herausgeputzt und überragt von Weinberghängen.
KartentippReisekarte Franken: ADAC-Autokarte Bayern Nord, 1:200 000. Radtour Maindreieck: Topografische Karte UK 50-7 Fränkisches Weinland, 1:50 000.
VerkehrsanbindungMit Auto ab München/Nürnberg A9/A3 oder B8/B13, ab Augsburg A7; mit der Bahn regelmäßige Verbindungen nach Würzburg im »Bayerntakt« (mit Rad). Zum Ausgangspunkt der Radtour in Kitzingen Fahrt mit der Bahn von Würzburg nach Kitzingen.

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