AM HOCHRHEIN ZWISCHEN BAD SÄCKINGEN UND WALDSHUT

Rundtour mit wenigen kurzen Anstiegen; am Schweizer Ufer rheinaufwärts, am deutschen Ufer flussabwärts; überwiegend asphaltierte Rad- bzw. Wirtschaftswege; in Bad Säckingen und Waldshut müssen in einigen Straßen die Räder geschoben werden. (Autor: Ute und Peter Freier)
51 km
200 m
4.00 h
Bad Säckingen - Das Kurstädtchen Bad Säckingen gehörte wie Laufenburg und Waldshut bis 1805 zum habsburgischen Vorderösterreich. Gefolgsleute der Habsburger waren die Herren von Schönau, die sich hier ein Schloss erbauten. Ein Familienmitglied, Maria Ursula von Schönau, und ihre Liebesbeziehung zu einem Bürgerlichen lieferte den Stoff für das Versepos »Der Trompeter von Säckingen« von Joseph Victor von Scheffel. Der »Trompeter«, der in Wirklichkeit keiner war, ist allgegenwärtig in der Stadt, die sich auch Trompeterstadt nennt. Das Schönauer Schloss beherbergt heute eine Trompetensammlung, vor dem Schlosspark steht eine Statue des »Trompeters von Säckingen«, Szenen aus dem Epos schmücken die Fassade des Gasthauses »Zum Schwarzen Walfisch«, literarische Stadtführungen folgen den Spuren des Trompeters, dessen weltberühmtes Lied »Behüt dich Gott, es wär so schön gewesen« nicht nur bei den Freilichtaufführungen im Schlosspark, sondern auch bei Nachtwächterrundgängen ertönt.Entwickelt hat sich der Ort in der Umgebung eines Doppelklosters, das der Missionsmönch Fridolin im 7. Jahrhundert gegründet haben soll. Im 9. Jahrhundert entstand eine Kirche, über deren Krypta das heutige Fridolinsmünster steht. Im Münster wird der Silberschrein des hl. Fridolin aufbewahrt, weshalb Bad Säckingen zu einem Pilgerziel wurde.Das Schweizer Rheinufer: Vom Parkplatz in Bad Säckingen folgen wir der Parkplatzzufahrt, biegen rechts ab in die Austraße – rechter Hand Schloss Schönau – und halten uns an der nächsten Gabelung rechts zum Münsterplatz. Wir kehren zurück, wenden uns nach 50 Metern nach links in die Rheinbrückstraße und überqueren den Rhein auf der alten Holzbrücke, die mit 200 Metern Länge die längste gedeckte Holzbrücke Europas ist. Bis 1979 rollten Autos über diese Brücke, die in dieser Form mit den massiven Steinpfeilern um 1570 entstand, aber durch Hochwasser und in kriegerischen Auseinandersetzungen immer wieder zerstört wurde. Heute ist der Übergang nur noch Radfahrern und Fußgängern erlaubt.Auf der Schweizer Rheinseite weisen uns die gut sichtbaren Markierungstafeln zuverlässig den Weg. In Stein folgen wir den Schildern »Nr. 2 Rheinroute«, kreuzen die Durchgangsstraße und radeln am Ortsrand entlang. Nach Unterqueren der N3 erreichen wir entlang der Bahngleise den Ort Eiken. Hier knickt der Radweg nach Norden ab, überquert die N3 und führt nach rechts am bewaldeten Fuß des Rhein-Talhangs nach Kaisten.Wir durchfahren den Ort und gelangen zwischen Wiesen und Feldern mit Blick auf den Hotzenwald und immer wieder auf den Rhein nach Laufenburg (Schweiz); auf Höhe des Bahnhofs kann man nach links einen lohnenden Abstecher in die Altstadt machen.Laufenburg (Schweiz): Mächtige Stromschnellen, sogenannte »Lauffen«, wo sich der Rhein durch eine enge Schlucht drängte und anschließend zehn Meter tief hinunterstürzte, waren ein Hindernis für die flussaufwärts schwimmenden Fische. Sie konnten hier regelrecht abgeschöpft werden, ein Grund, warum links des Rheins eine Fischersiedlung entstand. Am rechtsrheinischen Steilufer dagegen standen Mühlen und Eisenschmelzöfen mit Hammerwerken. Die Engstelle war auch ideal, um den Rhein zu überbrücken, weshalb im Mittelalter eine Brücke gebaut wurde, deren Schutz die Grafen von Habsburg übernahmen. Sie bauten an der höchsten Stelle eine heute nur noch als Ruine vorhandene Burg und erhoben den Ort zur Stadt. Von der einstigen Befestigung sind noch zwei Tore erhalten, und die engen Gassen, die Plätze mit Brunnen und die dichte Bebauung muten noch immer mittelalterlich an.Anfang des 19. Jahrhunderts schlug Napoleon den linksrheinischen, größeren Stadtteil der Schweiz zu, während der rechtsrheinische Stadtteil an Baden fiel. Eine Brücke verbindet nach wie vor die beiden Orte, die weiterhin gemeinsam Fasnet und andere Feste feiern. Eindrucksvoll ist von hier aus der Blick auf die beiden Stadtteile. Verschwunden sind allerdings die Stromschnellen, denn Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Ufer gesprengt und der Rhein aufgestaut, wodurch die damals größte Wasserkraftanlage Europas entstand.Von Laufenburg zur Fuller Fähre: Vom Bahnhof Laufenburg gelangen wir entlang der Bahngleise nach Rheinsulz, entlang des Waldrands nach Etzgen und an einer Durchgangsstraße nach Schwaderloch. Hier überqueren wir die Bahngleise und fahren in Rheinnähe unterhalb von Bernau entlang und an einem Kernkraftwerk vorbei nach Full. Am Ortsende befindet sich die Anlegestelle der Fußgängerfähre Full–Waldshut (Räder werden transportiert).Waldshut: Von der Anlegestelle unterhalb der Altstadt von Waldshut halten wir uns auf dem Rheinweg links, überqueren den Seltenbach und steigen kurz darauf in der Bernhalde an. An der Talkante radeln wir geradeaus über den Johannisplatz und leicht rechts durch die Marienstraße zur Kaiserstraße, einer Fußgängerzone.Bis heute konnte sich Waldshut sein historisches Stadtbild bewahren: Das Obere und das Untere Tor begrenzen die Kaiserstraße, die lebhafte Hauptachse, durch die ein »Bächle« fließt und an der zahlreiche Häuser mit Giebelhauben auffallen, den sogenannten Hotzen; besonders schön zu sehen am Haus »Zum Wilden Mann«. Die einstige Stadtmauer, von der noch Reste erhalten sind, war so stark, dass sie im Jahr 1468 einer Belagerung durch ein eidgenössisches Heer wochenlang standhielt. Als die Vorräte knapp wurden, ersannen die Junggesellen der Stadt eine List. Sie präsentierten auf der Stadtmauer einen gemästeten Hammel, der die Schweizer veranlasste abzuziehen, glaubten sie doch, die Bewohner hätten noch genügend Nahrungsmittel. In Wirklichkeit jedoch war dieser Hammel das letzte Schlachttier gewesen. Dieser Rettung wird jedes Jahr bei der Waldshuter Chilbi gedacht.Von Waldshut nach Laufenburg: Der Kaiserstraße folgen wir nach links, verlassen die Altstadt durch das Untere Tor und radeln neben der B34 bis auf Höhe von Liedermatten, wo der Radweg links abschwenkt und an den Rhein führt. Wir passieren den Ort Dogern, überqueren einen Werkkanal und fahren entlang eines künstlichen Wasserbeckens. Bei Albbruck überqueren wir den Kanal, kreuzen im Ort die B34 und erreichen den mit Albbruck zusammengewachsenen Ort Hauenstein. Nach einem kurzen Anstieg gelangen wir entlang der Bahngleise nach Laufenburg, wo wir gleich nach dem Bahnhof links abbiegen, am Rhein das Gartenstrandbad passieren und die Altstadt erreichen.Von Laufenburg nach Bad Säckingen: Von der Rheinbrücke aus folgen wir der Hauptstraße hinauf zur Talkante, passieren den Bahnhof und folgen der Bahnhofstraße in den Ortsteil Rhina. Der Radweg schwenkt nach links in Richtung Rhein und führt zwischen dem Rhein und den Bahngleisen, vorbei am Ort Murg, nach Bad Säckingen.

Thermentour

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour51 km
Höhenunterschied200 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBad Säckingen.
EndpunktBad Säckingen.
TourencharakterAls »Waldstädte« werden Bad Säckingen, Laufenburg und Waldshut bezeichnet, sehenswerte Städtchen, die jedoch nicht im Wald, son-dern am Rhein liegen, am südlichen Rand des Hotzenwalds. Dort hatten die Habsburger im Mittelalter umfangreiche Besitzungen, die sie durch diese Städte »behüten« wollten. Waldshut spielte dabei als Verwaltungssitz die wichtigste Rolle. Der Rhein war damals noch keine Grenze, das ist er erst seit ca.200 Jahren. Noch immer verbinden alte Rheinbrücken wie die 400 Jahre alte gedeckte Holzbrücke in Bad Säckingen oder die steinerne Brücke in Laufenburg die Orte beiderseits des Rheins.Unbesiedelte Auenlandschaft findet man am Hochrhein nur selten, denn mit dem Rhein als Energielieferant entstanden auf deutscher Seite zuerst Mühlen, Schmieden und Hammerwerke, in der Industrialisierung dann zahlreiche Fabriken. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde eine Bahnlinie gebaut und verlief hier eine Fernstraße, weshalb die Ortschaften dicht an dicht liegen. Das Schweizerische Ufer wurde bei dieser Entwicklung »abgehängt«, weshalb es dort wesentlich ruhiger zugeht.
Hinweise
BADEMÖGLICHKEITEN - In Bad Säckingen Thermal-Mineralbad und Waldbad; in Laufenburg (Schweiz) Gartenstrandbad in Laufenburg (Baden); Freibad am Rhein in Murg.
KartentippRadwanderkarte des Landesvermessungsamts Baden-Württemberg, Blatt 51 (Schwarzwald Süd), 1 - 100000.
MarkierungenAm Schweizer Ufer dunkelrote Radwegweiser; auf deutscher Seite Hochrheinroute.
VerkehrsanbindungPkw - A5 Frankfurt–Basel, Ausfahrt 68/1 (Weil am Rhein); A98 und B316 nach Rheinfelden, B34 nach Bad Säckingen und nach rechts in Richtung Schweiz, an Kreisverkehr nach links und der Ausschilderung »Festplatz/ Parkplatz« folgen zu Parkplatz am Alten Friedhof. Bahn: Bad Säckingen ist Station an der Bahnlinie Weil am Rhein–Waldshut.
GastronomieIn allen Ortschaften an der Strecke.
Tipps
SCHIFFFAHRT AUF DEM RHEIN - Wer das Stadtbild von Laufenburg vom Wasser aus genießen möchte, hat die Wahl zwischen einer einstündigen Rundfahrt mit der »MS Stadt Laufenburg« ab Laufenburg (Schweiz) und einer zweistündigen Rundfahrt mit dem Personenschiff »Löwe von Laufenburg«, das zwischen Albbruck und Bad Säckingen verkehrt und in Laufenburg (Baden) ablegt. Ein besonderes Erlebnis mit der »MS Stadt Laufenburg«: per Schiff rheinaufwärts bis Etzgen und zurück nach Laufenburg schwimmen (MS Stadt Laufenburg: im Sommer So 14.30 und 15.30, Juli und Aug. auch Mi 14.30 Uhr, Badefahrt bei schönem Wetter So 17 Uhr; Tourist-Info Tel. 0041/62/8744455. Löwe von Laufenburg: April–Sept. Mi, Fr, So 14.30 Uhr, www.juergenschroff.de).WOHLTUEND WARMES WASSER: Wer nach der Tour verschwitzt oder verkrampft in Bad Säckingen ankommt, kann sich in warmem, heilkräftigem Mineralwasser entspannen. Die Badquelle und die Fridolinsquelle, deren Heilkraft seit Jahrhunderten genutzt wird, speisen die beiden Bäder: das ganzjährig geöffnete Mineral-Thermalbad mit Außenbecken und Brodelbucht und das zwischen Mai und September geöffnete Waldbad mit Thermal-Mineralwellnessbecken und Erlebnisbecken.
Informationen
Personalausweis mitführen! Fahrzeiten der Rheinfähre Full–Waldshut - April–Okt. Mo-Sa 9–18, So 13–18 Uhr, Nov.–März Mo-Di und Do-Sa 9–18 Uhr, jeweils zur vollen Stunde (Tel. 07751/833-240, www.rheinschifffahrt-wt.de).
Tourismusbüro
Tourismuszentrum, Waldshuter Str. 20, 79713 Bad Säckingen, Tel. 07761/5683-0, www.bad-saeckingen.de; Tourist- Information, Wallstr. 26, 79761 Waldshut-Tiengen, Tel. 07751/833-200, www.waldshut-tiengen.de

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