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Tessin

Auf der Landkarte hat der südlichste Kanton der Schweiz, das Tessin, die Form einer Weintraube, und Reben gedeihen sehr gut in der »Sonnenstube der Schweiz«, allerdings nur im südlichen Teil rund um die Seen und das Tessiner Hinterland. An den Ufern des Lago Maggiore und des Luganer Sees laden wunderschöne Städte und Dörfer dazu ein, bei ausgedehnten Spaziergängen erste Frühlingsdüfte zu erschnuppern. Bellinzona, das Mendrisiotto, das Malcantone und die Täler rund um Lugano und Locarno bestechen mit ihrer urigen Gastfreundschaft und dem reichhaltigen kulturellen Angebot. Der Rest des Kantons ist Gebirge, steinig, mit wilden Talschluchten und schwer zugänglichen Gipfeln. Der St. Gotthard ist das Herzstück des Tessins: zentraler Alpenübergang, untertunnelt und befestigt, sagenumwoben und verklärt. Zusammen mit den vier südlichen Tälern Graubündens bildet der Kanton die italienischsprachige Schweiz. Drunten am Lago Maggiore sitzen die Sommergäste bei Apero im Strandcafé, während droben am Pizzo Campo Tencia gerade ein Schneesturm tobt und dabei Grate und Karwinkel in kürzester Zeit kaltweiß überzieht. So ist das Tessin voller Gegensätze, hier mondän, dem Luxus verfallen, dort karg, nur Mühen und kaum Ertrag versprechend. Erleben lässt sich diese faszinierende Landschaft am besten zu Fuß – Schritt um Schritt: wandernd. Finden Sie hier die schönsten Radwege und Wanderungen im Tessin!

Touren in Tessin

Sassariente, 1768 m

Recht anspruchsvolle Gipfeltour hoch über der Magadino-Ebene mit felsigem Finale. Bergerfahrung und ein sicherer Tritt sind unerlässlich, ebenso eine ordentliche Kondition. Für den langen Abstieg sind Stöcke angenehm. Wer’s bequemer mag, startet bei den Monti di Motti (Zufahrt von Cugnasco, natürlich auch mit dem Bike möglich). (Autor: Eugen E. Hüsler)Wer in der Magadino-Ebene zum Lago Maggiore unterwegs ist und nicht nur die Badehose, sondern auch die Bergschuhe dabei hat, wird natürlich nach Gipfelzielen Ausschau halten. Zur Linken ragt der Támaro stachelbewehrt in den Himmel, hinter und über dem Maggiadelta hockt... weiter >

Corona dei Pinci, 1293 m

Abwechslungsreiche Gipfelüberschreitung auf ordentlichen Wegen. Von der Corona dei Pinci fantastische Aussicht über den Lago Maggiore und die Magadino-Ebene. Für den nordseitigen Abstieg sind Teleskopstöcke angenehm (Autor: Eugen E. Hüsler)Um gut tausend Meter überragt die »Krone« (corona) den Spiegel des Lago Maggiore bei einem Horizontalabstand von gerade anderthalb Kilometern. Daraus resultiert eine mittlere Hangneigung von etwa siebzig Prozent – und vor allem eine phänomenale Schau über den Langensee... weiter >

Salmone, 1560 m

Überraschend alpine Tour im Hinterland von Locarno. Die Überschreitung des Salmone ist ein Wanderklassiker, verlangt etwas Ausdauer und Gefühl für den richtigen Weg (teilweise sparsam markiert). Faszinierend der Tiefblick auf das Maggiadelta und den Lago Maggiore. Für den teilweise steilen Abstieg sind Wanderstöcke angenehm (Autor: Eugen E. Hüsler)Die Täler im Hinterland von Locarno sind karg, schroff, die Dörfer kleben an den steilen Hängen der Sonnseite, windungsreiche Straßen, die nach Unwettern auch mal durch Murabgänge unterbrochen sein können, verbinden sie miteinander und mit der großen Welt. Und ganz... weiter >

Monte Gambarogno, 1734 m

Genussvolle Gipfelüberschreitung auf ordentlichen Wegen. Fantastisch der Ausblick auf den oberen Lago Maggiore mit der Kulisse der Alpengipfel. Besonders lohnend im Frühsommer (Blumen) und im Herbst (Fernsicht) (Autor: Eugen E. Hüsler)Der Támaro (1961 m) mag höher, auch berühmter sein, das Panorama weiter, doch mitdemSeeblickvomMonteGambarogno(1734 m)kann er nicht konkurrieren! Wer das Glück hat, bei Nordföhn auf diesem »Balkon« zu stehen, anderthalb Kilometer über dem blauen Spiegel des Lago... weiter >

Pizzo Ruscada, 2004 m

Kein Gipfel mit großem Namen, aber mit großer Aussicht, ganz »hinten« im Centovalli, fernab der Glitzerwelt des Lago Maggiore. Teilweise raue Wege, dazu jede Menge Bergeinsamkeit (Autor: Eugen E. Hüsler)Centovalli, Onsernone, Vergeletto: mehr Gräben als Täler, unwegsame Wälder und ein paar felsige Gipfel darüber. An die abschüssigen Hänge klammern sich kleine Dörfer, deren Häuser so eng aneinander gebaut sind, als hätten sie Angst, in die Tiefe zu rutschen: kein Leben... weiter >

Monte Boglia, 1516 m

Mehr Ab- als Aufstieg, trotzdem ein ordentliches Tagespensum. Es sind auch Teilbegehungen möglich: Talfahrt ab Monte Brè per Bahn oder nur von Brè bergab nach Gandria, zurück nach Lugano alternativ mit dem Schiff. Die Gipfelüberschreitung wartet mit einigen steilen Passagen auf, was bei Nässe recht unangenehm ist (Laub) (Autor: Eugen E. Hüsler)Über die Frage, welches nun der schönste Aussichtsberg Luganos sei, ließe sich trefflich streiten. Etwa der Zuckerhut des San Salvatore oder der Brè, möglicherweise die Sighignola (1321 m) oder der Monte Generoso? In die engere Wahl käme auch der Monte Boglia, fast... weiter >

Monte Generoso, 1701 m

Anspruchsvolle, recht lange Tagestour, für die sicheres Wetter (keine Gewitter) und Kondition Grundvoraussetzungen sind. Einmaliges Panorama, im Frühsommer blüht es ganz besonders üppig an den Flanken des Generoso. Interessant: Höhle, die Schnee - keller (nevere), Lehrpfade (Autor: Eugen E. Hüsler)Der Monte Generoso (1701 m) ist ein Berg für jedermann/-frau. Auf der Gipfelplattform drängeln sich Ausflügler, ein paar Minuten zuvor der Bahn entstiegen, und zünftige Wanderer, nach dem langen Anstieg noch etwas außer Atem. Das Sprachgewirr ist babylonisch, ganz dem... weiter >

Burgen und Kirchen von Bellinzona

Wenig anstrengende Kulturwanderung in und um Bellinzona. (Autor: Eugen E. Hüsler)Vielleicht liegt es an der Nähe der großen Seen, dass fast alle an Bellinzona vorbeifahren, auf der Autobahn, im ICE: die Bilderbuchlandschaften rund um Locarno und Lugano locken. Dabei verdient die Kantonshauptstadt durchaus einen Besuch, und das nicht erst, seit die... weiter >