Idylle und wilde Natur im Osten Bayerns

Tipps für Rad- und Wandertouren durch den Bayerischen Wald

Die abwechslungsreichen Landschaften Ostbayerns lassen sich am besten mit dem Rad oder auf Wandertouren erkunden. In diesem Artikel werden zwei an Flüssen gelegene Radfernwege vorgestellt, dazu gibt es Tipps für Wanderungen durch den Bayerischen Wald.
 
Auf dem Donauradweg © pixabay.com © Simon (CC0 1.0)
Auf dem Donauradweg

Der Donauradweg – Fahren entlang einer europäischen Lebensader

Die Donau berührt oder durchquert zahlreiche Landschaften, darunter den Schwarzwald, die Schwäbische Alb und Oberschwaben, das Donauried, die Fränkische Alb sowie den Bayerischen Wald, das „Grüne Dach Europas“. Diese unterschiedlichen Landschaften offenbaren dem Radfahrer vielfältige Naturerlebnisse.

Der Teil des Donauradwegs in Deutschland, der zum europäischen Radfernweg EuroVelo 6 gehört, ist rund 609 Kilometer lang. Die Route führt von der Quelle des Stroms in Donaueschingen im Schwarzwald bis nach Passau. Bei der deutschen Teilroute handelt es sich um einen familienfreundlichen Radweg mit wenigen Steigungen. Die Wege sind größtenteils gut befahrbar, sie sind jedoch nicht immer asphaltiert. Die Donau durchquert insgesamt zehn europäische Länder – sechs auf beiden Ufern sowie vier einseitig – bis zu ihrer Mündung in das Schwarze Meer.
Donauradweg
Der Donauradweg zählt zu den beliebtesten Radfernwegen Deutschlands (pixabay.com © Simon (CC0 1.0))

Im Rahmen der Radreiseanalyse 2015 hat der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) die zehn beliebtesten Radfernwege in Deutschland ermittelt. Über 3.000 Personen haben an der Befragung teilgenommen. Zum elften Mal in Folge steht der Elberadweg laut Kölner Stadt-Anzeiger an der Spitze der beliebtesten Radrouten hierzulande. Auf den Plätzen zwei und drei sind der Main-Radweg und der Donauradweg aufgeführt. Letzterer sei zum beliebtesten Radfernweg im Ausland gewählt worden, es folgen Via Claudia Augusta und der Nordseeküstenradweg.

Die Analysten des ADFC haben auch die neuesten Entwicklungen rund um das Thema Radreisen untersucht. Demnach kristallisieren sich drei wesentliche Trends heraus: Erstens sinke das Durchschnittsalter der Radurlauber. Im Jahr 2007 betrug das Durchschnittsalter noch 53 Jahre, 2014 ist der Radreisende im Durchschnitt 45 Jahre alt. Aufgrund ihres relativ hohen Einkommens sind Radfahrer eine attraktive Zielgruppe für die Reise- und Touristikbranche. Zweitens informieren sich die meisten Reisenden vor dem Beginn einer Tour mit dem Drahtesel im Internet über den Streckenverlauf sowie über kulturelle Sehenswürdigkeiten und Freizeitangebote abseits des reinen Fahrens. Für die konkrete Planung der jeweiligen Tagesetappe wird die klassische Radkarte von der Mehrheit der Befragten immer noch bevorzugt zur Orientierung verwendet. Drittens unternehmen immer mehr Urlauber anspruchsvolle Radtouren wie beispielsweise den Bodensee-Königssee-Radweg im Inland oder Via Claudia Augusta mit der Transalp-Route über den Brenner bei den Radfernwegen im Ausland.
Regentalradweg
Regentalradweg – Romantische Flussroute durch den Bayerischen Wald (pixabay.com © annetteJO (CC0 1.0))

Auf dem Regentalradweg (Länge: 171 Kilometer) von Regensburg bis nach Bayerisch Eisenstein passieren Reisende ein Teilstück des Oberpfälzer Waldes und durchqueren den Bayerischen Wald bis zur tschechischen Grenze bei Bayerisch Eisenstein. Die Route ist größtenteils familienfreundlich und eignet sich für einen entspannten Radurlaub. Die Ausnahme bildet ein 30-Kilometer-langes Teilstück zwischen Viechtach und Regen, wo der Radweg aus dem Tal herausführt und einige herausfordernde Anstiege zu bewältigen sind.

Ab der Unesco Welterbestadt Regensburg verläuft der Weg meist in Wassernähe, durch ausgedehnte Flussauen gelangt man in den Bayerischen Wald. Auf den Berghängen sind an einigen Stellen Burgen und Burgruinen zu beobachten. Zusammen mit der ursprünglichen Natur verleihen sie den Tälern des Bayerischen Waldes ein wildromantisches Flair. In den kleinen Städtchen und Dörfern am Wegesrand scheint die Zeit stehengeblieben zu sein, der Urlauber fühlt sich häufig ins Mittelalter zurückversetzt, beispielsweise auf dem historischen Marktplatz in Cham oder auf der Burgruine Weißenstein bei Regen.
Wandern Bayerischer Wald
Wandertouren im Herzen des Bayerischen Waldes (pixabay.com © Unsplash (CC0 1.0)

Im Bayerischen Wald sind neben interessanten Radrouten auch zahlreiche abwechslungsreiche Wanderwege vorzufinden. Die Region um den Luftkurort St. Englmar herum ist eine empfehlenswerte Gegend für ausgiebige Wandertouren. Der rund 240 Quadratkilometer große Nationalpark zählt zu den größten und naturbelassenen Waldflächen Europas. In Pensionen und Hotels können sich die Wanderurlauber nach einer anstrengenden Tour erholen und die nächste Wanderung vorbereiten. Das Posthotel Rattenberg bei St. Englmar ist ein familiengeführtes Wellness Hotel, das sich aufgrund seiner Lage als Startpunkt für vielfältige Wandertouren anbietet. Das Wegenetz in der Region rund um St. Englmar umfasst rund 125 Kilometer Wanderwege, die gut ausgeschildert und gut begehbar sind. Der Goldsteig ist Deutschlands längster Fernwanderweg. Auf zwei Routen in Richtung Norden und Süden (Gesamtlänge: Rund 660 Kilometer) können sich Aktivurlauber austoben. Wer die sportliche Herausforderung sucht, sollte die Nordroute nehmen. Hier sind acht Berge zu überwinden. Beide Varianten haben eine gemeinsame Teilstrecke, die als schönster Abschnitt gilt. Die Strecke von Falkenberg nach Neustadt an der Waldnaab führt durch das Naturschutzgebiet Waldnaabtal und durch einen rund zwölf-Kilometer-langen Canyon. Die Granitfelsen, die links und rechts des Flusses Naab in den Himmel ragen, sind bis zu 40 Meter hoch. Der Hirschenstein (1.095 Meter) ist ein Berg mit einer beeindruckenden Aussicht, an klaren Tagen reicht die Sicht bis zur Zugspitze. Einen imposanten Ausblick bieten indes auch die Bergspitzen vom Predigtstuhl (1.024 m) und Pröller (1.048 m).
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