Dänemark auf Touristenfang: Das Land der Radfahrer

Dänemark möchte wieder Touristen nach Skandinavien locken. Das war bereits im Jahr 2014 beschlossene Sache für das Land hoch im Norden. Um dieses Ziel zu erreichen, muss der kleinste Teil Skandinaviens sich nicht etwa neu erfinden, sondern nur seine Vorzüge geschickt anpreisen, denn gerade für Outdoor-Fans ist das Reiseziel Dänemark geradezu prädestiniert.
 
Die Statue © pixabay.com/paologhedini
Die Statue "little Mermaid" in Kopenhagen ist ein Ort, zu dem jährlich viele Touristen pilgern. Manche Sightseeing-Tour wird sogar mit dem Rad gefahren.

Die deutschen Touristen sind wichtig für Dänemark

„Deutsche entdecken Dänemark wieder“, hieß es dazu in der SHZ bereits im Mai 2014 freudig. Mit Blick auf die Buchungen zeigte sich ein Anstieg von fünf bis zehn Prozent im Ferienhaussektor. Und dieser Anstieg wurde – durch die Brille des Tourismussektors gesehen – auch mehr als Zeit, denn die vergangenen 20 Jahre waren gezeichnet von Verlusten. Verlusten der Touristen. Verlusten in den Kassen des Landes.

Der Grund für die Abkehr der deutschen Touristen vom Land Dänemark sei nicht etwa die Wiedervereinigung gewesen, wie das vielerorts behauptet wurde, weil die Küstengebiete in Schleswig-Holstein zur Konkurrenz wurden, sondern das Manko, es mangle an organisierten Freizeitoptionen für die deutschen Touristen. Auch die Preise in Dänemark hielten die Urlauber davon ab, nach Skandinavien zu reisen. Auf Urlauber anderer Länder auszuweichen, ist für Dänemark keine Option, stellen die deutschen Urlauber doch den Mammutteil an den insgesamt 15 Millionen Übernachtungen im Jahr, wie ein Blick in die Zahlen zeigt.
  1. 9,7 Millionen davon sind Deutsche
  2. 718.000 sind Norweger
  3. 325.000 sind Niederländer
  4. 231.000 sind Schweden

Das bietet das Land seinen Gästen

Dänemark scheint seine Hausaufgaben gemacht zu haben und bietet Touristen aus Deutschland und anderen Ländern einen bunten Blumenstrauß an Urlaubsaktivitäten, wie ein Blick in die Übersicht zeigt.
  • Mit Blick auf die Wahrzeichen und Sehenswürdigkeiten im Land zeigt sich: Kopenhagen führt das Ranking der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Dänemark an. Die Erlöserkirche, die Papiroeen, die Öresundbrücke, die Stroget, die Little Mermaid und das Amalienborg Castle sind nur einige wenige Beispiele dafür, dass Dänemark nicht nur Sportbegeisterten viel Naturraum bietet, sondern auch kulturell Interessierten ein verlockendes Angebot machen kann. Die Museen des Landes unterstreichen dieses Angebot und erweitert es um das Schloss Rosenborg in Kopenhagen, Frederiksborg Slot in Hillerod und das Freilichtmuseum in Aarhus.
Amalienborg Castle Kopenhagen
Das Amalienborg Castle in Kopenhagen ist ein wahrer Touristenmagnet. © pixabay.com/niller56 
  • Wer die Urlaubszeit lieber im Freien verbringt, dem bieten Parks, Zoos und Aquarien eine gute Anlaufstelle. Nationalparks in Roende, Thisted, Skoerping, Lejre und Roemoe öffnen ihre Tore, um den Touristen die geschützten Schönheiten des Landes zu präsentieren. Auch die Wildschutzgebiete sind eine hervorragende Anlaufstelle für Tierfreunde. Die Zoos in Kopenhagen, Odense und Give sowie die Safariparks in Ebeltoft, Maribo und Kolind bieten darüber hinaus die Möglichkeit für einen familienfreundlichen Ausflug.
  • Sportlicher wird es indes bei den Outdoor-Aktivitäten im Land. Während Strände zum Spazieren einladen und das gut erschlossene Netz an Wanderwegen Touren für jeden Wandertyp bereithält, ist Dänemark auch das Land der Radfahrer. In Kopenhagen beispielsweise wird das Sightseeing bei manchen Angeboten kurzerhand auf dem Drahtesel zurückgelegt, doch auch größere Fahrradrouten (wie die von Stege nach Præstø oder von von Nykøbing nach Stubbekøbing) sind ausgewiesen.

Dänemark, das Land der Radfahrer

Mountainbike und Westjütland ist eine gute Kombination, da es hier hügelig ist und man sich immer wieder aufs Neue herausfordern kann. Sowohl im Norden, als auch im Süden vom Holmsland Klit gibt es verschiedene Routen in den Waldgebieten für Mountainbiker, die man ausprobieren kann“, heißt es bei den Betreibern der Esmarch Ferienhäuser. Allein bei der Blåbjerg Plantage sind drei Routen erschlossen, in der Husby Dünenplantage sind extra Mountainbike-Bahnen angelegt worden und über einen Naturpfad seien die Ferienhausgebiete Nymindegab und Houvig miteinander verbunden, die ein Abschnitt der sogenannten North Sea Cycle Route ist.
Dänemark Land der Radfahrer
Dänemark ist das erklärte Land der Radfahrer. © pixabay.com/modi74 

Doch auch für Radfahrer mit weniger sportlichem Ehrgeiz und Ausdauer ist Dänemark das ideale Zielland, denn es ist (im Gegensatz zu vielen bayerischen Radtouren) recht flach und hält somit keine extrem anstrengenden Steigungen für die Radfahrer bereitet. Der Ostseeradweg ist eine weitere, bekannte Route, auf der jährlich viele Radler verkehren. Wer nicht um des Sportes willen radelt, sondern um von A nach B zu kommen und dabei die Natur Dänemarks zu genießen, kann an den Küsten Dänemarks nach Bernstein oder Fossilien suchen, sich in einem Kalksteinsteinbruch auf eine Höhlenwanderung begeben oder die Hirsche in der Brunftzeit beobachten. Auch die „Schwarze Sonne“, das Naturereignis der Staren am Himmel, ist eine dänische Attraktion.

Die Radfahrrouten und auch die Naturaktivitäten, die via Fahrrad besucht werden können, sind Beispiele, die zeigen, was mittlerweile auch in einem offiziellen Ranking bestätigt wurde: „Dänemark ist fahrradfreundlichstes Land der EU“ (Quelle: Spiegel Online). Für das Ranking unter die Lupe genommen wurden Faktoren wie, wie regelmäßig die Menschen Rad fahren, wie gut der Straßenverkehr auf die Sicherheitsbedürfnisse von Fahrradfahrern abgestimmt ist, wie groß der Fahrrad-Markt ist und wie viele Mitglieder die Radfahrverbände zählen. Spannend ist vor allem dieses Detail: In den Niederlanden radeln die meisten Menschen, Finnland beherrscht den Radtourismus und die Dänen, die gelten als fahrradfreundlichste Nation in der Europäischen Union.
 
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