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Immenstadt im Allgäu

Die erste urkundliche Nennung der Siedlung »Imendorf« erfolgte 1275. Strategisch günstig an der Salzstraße von Hall in Tirol zum Bodensee gelegen, blühte der unter Kaiser Karl IV. zur Stadt erhobene Marktflecken schnell auf. Das »Städtle«, wie Immenstadt von den Einheimischen liebevoll genannt wird, gehörte zeitweise zu Österreich und weist eine umfangreiche Bausubstanz aus dem Mittelalter auf.

Unsere Runde beginnen wir am Marienplatz, an dem sich das 1550 errichtete Stadtschloss befindet. In diesem dreigeschossigen Rechtecksbau zieren ansprechende Stuckarbeiten den Rittersaal, der heute die Stadtbücherei beherbergt. In dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude befindet sich auch die Gästeinformation. Davor imponiert die Mariensäule, die von Hugo Graf zu Königsegg-Rothenfels im Anschluss an eine verheerende Pestepidemie gestiftet wurde, welche Immenstadt in den Jahren 1628 bis 1635 heimsuchte. Die achteckige Brunnenanlage unterhalb des Sockels wurde 1988 installiert. Die bronzenen Figuren stellen lokale Gewerbezweige, landwirtschaftliche Themen und verschiedene Handwerke dar.

Der dahinter aufragende, barocke Zwiebelturm gehört zur Pfarrkirche St. Nikolaus. Die Kirche, die nach mehreren Bränden wiedererrichtet wurde, zählt zu den größten Sakralbauten des oberen Allgäus. Sie trägt die Handschrift verschiedener Allgäuer Künstler, die das beeindruckende Kuppelfresko, den Hochaltar sowie die beiden »Pestheiligen«, St. Sebastian und St. Rochus, schufen.

Ebenfalls sehenswert ist die Gräfische Hofmühle, ein paar Gassen nördlich an der Achen gelegen. Die »müli ze Ymmenstatt«wurde 1451 erstmals erwähnt. Über fünf Jahrhunderte verrichtete der Zweckbau seinen Dienst als Sägemühle, später als Papiermühle und letztendlich nach einem Umbau als Achsenschmiede. Die Mühlen, die lange im Besitz der Grafen zu Königsegg-Rothenfels waren, welche die Wasserrechte innehatten, wirtschafteten sehr ertragreich. Heute beheimatet das Baudenkmal das Museum Hofmühle. Auf über 1.000 Quadratmetern wird eine umfangreiche Sammlung vorgestellt, die für Kinder genauso interessant ist wie für Erwachsene. Ausstellungen zu den Themen Ritterburgen, Wasser, Handelsort Immenstadt, mechanische Bindfadenfabrik oder »Die Berge« machen das Mühlenmuseum zu einem Pflichtstopp für Wissbegierige. Auch in der neuen Abteilung »Immenstadt im Industriezeitalter« gibt es viel zu sehen und zu erkunden (geöffnet Mi–So 14–17 Uhr). 

(Autor: Thorsten Brönner)