Aussichtsreiche Wanderungen und Klettersteige im Tannheimer Tal

In Alpinistenkreisen genießt das Tannheimer Tal einen exzellenten Ruf. Das Hochtal im Norden Tirols ist bekannt für seine Gipfel wie Gimpel und Rote Flüh mit Touren in allen Schwierigkeitsgraden und hat dazu einige der schönsten Klettersteige Tirols zu bieten.
 
Auch viele Themenwanderwege führen durch das Tanheimer Tal. © Tannheimer Tal Tourismus
Auch viele Themenwanderwege führen durch das Tanheimer Tal.
"Es ist schön, wenn man solche Berge direkt vor der Haustür hat“, schwärmt Wilfried Ried über die Tannheimer Gipfel. Als Obmann der Bergrettung Nesselwängle kennt er an der Roten Flüh und dem Gimpel jeden Pfad und jeden Felsen. Vor allem ihre Vielseitigkeit schätzt der Experte: „Die Rote Flüh ist auf dem Normalweg auch für durchschnittliche Alpinisten gut machbar. Zur Belohnung gibt es oben auf dem 2.111 Meter hohen Gipfel einen herrlichen Ausblick auf das Tal und direkt hinunter zum Haldensee.

Der benachbarte Gimpel ist da schon anspruchsvoller. Er ist ein normaler Kletterberg, der vom dritten bis zum neunten Schwierigkeitsgrad so ziemlich alles zu bieten hat“, sagt Ried. Die Rote Flüh überzeugt mit einfachen Gipfeltouren, tollen Ausblicken sowie zwei guten Einkehrmöglichkeiten und gehört damit zu den beliebtesten Gipfeln im Tannheimer Tal.

Kurze Touren mit schöner Aussicht

Der Klassiker am Gimpel ist die Südwand, die vom Gimpelhaus auf 1.685 Metern oder der Tannheimer Hütte auf 1.713 Metern Höhe angegangen werden kann. „Der Gimpel ist wirklich nur für erfahrene Bergsteiger zu empfehlen. Es gibt hier auch eine besonders schwierige Route über die Nordwand von der Füssener Hütte auf 1.550 Metern mit einer Wandhöhe von 700 Metern. Doch meiner Erfahrung nach sucht das Gros der Bergsteiger eher Südwände, da diese besser einschätzbar sind. Bei Nordwänden musst du immer auf der Hut sein, weil dort der Fels mehr Feuchtigkeit hat und sich schnell Reif bilden kann“, ergänzt der Obmann der Bergrettung.

Sowohl an der Roten Flüh als auch am Gimpel locken relativ kurze Touren mit vielen schönen Aussichten. Das ist typisch für das Tannheimer Tal, das mit seiner Lage auf rund 1.100 Metern und Gipfel knapp über 2.000 Meter viele interessante Optionen eröffnet.

Spannende Klettersteige für jedes Niveau

Berühmt ist das Tal auch für seine Klettersteige. „Kein Wunder“, sagt Klaus Tröber aus Grän, „wir haben hier zwar nicht viele, aber dafür einige der besten und schönsten Klettersteige in ganz Tirol.“ Der leidenschaftliche Alpinist kennt sie natürlich alle. Der Senior unter den Klettersteigen ist der Friedberger Klettersteig. „Den gab es schon, als ich noch als kleiner Junge herumgeklettert bin“, sagt Tröber. Für diesen Steig, mit einer Wandhöhe von 250 Metern, läuft man von der Bergstation Füssener Jöchle in Richtung Raintaler Joch vorbei an der Läuferspitze zum Schartschrofen. Dort endet die einfache Wanderung und das Klettervergnügen kann beginnen.

Die wirklichen Favoriten sind für Klaus Tröber jedoch die Klettersteige Lachenspitze und Köllenspitze Südsporn. „Die Lachenspitze bietet eine gute, gleichmäßig steile Linienführung. Das oberste Stück der steilen Nordwand wirkt fast unbezwingbar, ist aber dann doch gut zu klettern“, verrät der Experte. Der Einstieg zum Klettersteig, dessen Schwierigkeitsgrad bei C bis D liegt, befindet sich etwa 20 Minuten oberhalb der Landsberger Hütte. „Oben hat man einen traumhaften Blick auf die drei Seen – Lachensee, Traualpsee und Vilsalpsee“, ergänzt Klaus Tröber.

Sein zweiter Favorit, der Klettersteig Köllenspitze Südsporn oberhalb der Gimpelhütte, ist ähnlich. Er war früher ein Klettergebiet im sechsten Schwierigkeitsgrad, bis die Einheimischen die Idee hatten ihn in einen Klettersteig umzuwandeln. „Mit seinen 350 Metern Wandhöhe und einem Niveau D gehört er zu den anspruchsvollsten Klettersteigen in Tirol. Dabei stellt vor allem der Abstieg eine Herausforderung dar“, beschreibt der Gräner die Tour.

Der vierte Klettersteig gehört zwar offiziell nicht zum Tannheimer Tal, ist aber einen Katzensprung entfernt: Der Salewa Klettersteig am Oberjoch startet bei der Bergstation der Iselerbahn und bietet einen traumhaften Blick hinein ins „schönste Hochtal Europas“.
 
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