Allgäu: Klettern und Wandern im artenreichsten Blumengebiet der Alpen

Mehrere Bergbahnen im Allgäu starteten an Christi Himmelfahrt ihren Sommerbetrieb. Bei den Bergbahnen Hindelang-Oberjoch bringen während der Wander- und Klettersaison entweder die neue Wiedhagbahn oder die Iselerbahn Gäste zu den Gipfelstation. Hier die passenden Touren.
 
Wandern am Iseler: ein Naturerlebnis © Wolfgang B. Kleiner
Wandern am Iseler: ein Naturerlebnis
Der Saisonstart gilt auch für die Hornbahn in Bad Hindelang, die ebenfalls wieder in Betrieb ist. Der „Salewa Klettersteig“ öffnet voraussichtlich am 1. Juni (je nach Schneelage am Berg).

„Klettern und Wandern in Oberjoch ist ein Spektakel und Naturerlebnis. Die Sicherheit geht aber immer vor. Wir empfehlen, Touren vorher genau zu planen. Betreffend Sicherheit, Ausrüstung und richtiger Verhaltensweise steht das Expertenteam des Hindelanger Bergführerbüros zur Verfügung. Sie geben Auskunft zu anspruchsvollen Wanderungen oder erklären unerfahrenen Kletterern, wie man sich zum Beispiel am Drahtseil oder an Leitern richtig verhält“, sagt Johannes Danner, Assistent der Geschäftsführung der Bergbahnen Hindelang-Oberjoch.

Das Highlight der Allgäuer Klettersteige

Der 2008 vom Hindelanger Bergführerbüro gebaute Salewa Klettersteig hoch über Bad Hindelang ist das Highlight der Allgäuer Klettersteige. Der auf 1876 Meter gelegene Parcours am Iseler bietet eine großartige Alpenkulisse. Staatlich geprüfte Bergführer geben Tipps und verraten Tricks. Darunter sind die Bad Hindelanger Bergführer Patrick Jost und Thomas Heckelmiller, die den Salewa Klettersteig geplant und erschlossen haben. Beide gehören dem Hindelanger Bergführerbüro an, das geführte Touren sowie Leihausrüstung (Helm, Gurt, Klettersteigset) anbietet.

Der Salewa Klettersteig gliedert sich in drei Abschnitte bei einer Gesamtlänge von 2.400 Metern. Wer das Kletterareal komplett bewältigen möchte, sollte zwischen dreieinhalb und fünf Stunden Zeit einplanen. Für den mittelschweren Klettersteig der Kategorie B/C, der nur für geübte Kletterer geeignet ist, sind Kletterausrüstung, Helm, Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und an mehreren Stellen Armkraft erforderlich.

Zum Pflichtprogramm zählt der „Schmugglersteig“: Auf dem grenzüberschreitenden Weg vom bayerischen Iseler zum Wannenjoch nach Tirol – einst ein beliebter Schmugglerpfad – bringen Freizeit-Schmuggler ihre „heiße Ware“ ins Ziel. Weitere Highlights sind die „Wanderung in das Reich des Steinadlers“ sowie Themenwanderwege wie der „Langsamste Wanderweg der Welt", der „Jakobsweg“ oder der romantische „Liebespfad“. Wer länger wandern möchte, sollte sich die „Wandertrilogie Allgäu“ vormerken: Der Fernwanderweg führt über 51 Etappen und 1.100 Kilometer durch eine atemberaubende Natur.

Touren im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen

„Unser Wander- und Tourengebiet ist sehr vielfältig. Die Routen reichen über kurze und längere Touren bis hin zu gemütlichen Wanderungen und Bergtouren. Für Alpinisten ist das Bergdorf Hinterstein Ausgangspunkt für Touren in das Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen, das als artenreichstes Gebirge Deutschlands gilt“, sagt der Bad Hindelanger Tourismusdirektor Maximilian Hillmeier.

Viele der Überschreitungen führen über bekannte Höhenwege bis nach Oberstdorf oder in das Tannheimer Tal ins benachbarte Österreich (Tirol). Die Bergwanderwege sind insgesamt 300 Kilometer lang, 100 davon sind hochalpin. Es locken Bergklassiker wie die Tour zum „Hochvogel“, der 2.592 Meter hoch ist und als „König der Allgäuer Alpen“ gilt. Vom Giebelhaus geht es zum „Prinz-Luitpold-Haus“, das Ausgangspunkt zur Besteigung des Hochvogels und älteste Schutzhütte in den Allgäuer Alpen ist.

Das Wander- und Tourengebiet in Oberjoch bietet die artenreichsten Blumengebiete der Alpen und ist somit ein Paradies für Naturliebhaber und Botaniker. In freier Wildbahn zu sehen sind unter anderem Alpenrosen, Blaue Eisenhüte oder der Deutschen Enzian. Wer hier zu Fuß unterwegs ist, tankt Sauerstoff, Energie und neuen Lebensmut in staub- und pollenfreier Luft – seit 2011 ist Bad Hindelang Allergikerfreundlichen Kommune.
 
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